Re: Ich möchte mich als neuer Autor v orstellen:

von Walter Schmid » Mittwoch, 5. November 2008



Ryan Elbwood schrieb:
> Ein fantastisches Hallo zusammen!
>
> Ein kurzer Steckbrief:
>
> Meinereiner ist 45 Lenze, verheiratet und ich habe einen über alles
> geliebten Sohnemann von 2 1/2 Jahren.
> Mit 11 Lenzen begann ich Spiele zu entwickeln. Heute kann ich auf
> knappe 200 vermaktete Exemplare bei Verlagen, in der Werbung, beim
> Radio und TV... zurückblicken.
> Das Entwickeln von Pen & Papergames und das Schreiben von Storys zu
> diesen brachte mich zur Schriftstellerei.
>
> Ich schreibe Fantasy im Eigenverlag und Sachbücher und Ratgeber bei
> Fremdverlagen.
> Die Wahl zum Eigenverlag im Fantasybereich traf ich, weil ich 9
> Verlagsangebote - Verträge durchweg ablehnen musste, da ich viel Wert
> auf eine stabile und aussagekräftige Marketingschiene bei einem Verlag
> lege und dies bei meinen erhaltetenen Verlagsverträgen nie in
> ausreichendem Umfang gegeben war.
>
> Beruflich bin ich Gamedesigner bei Deutschlands erfolgreichster
> Spieleschmiede und schreibe dort Quests zu MMOGs in der Art von WoW
> und anderen Onlinespielen. Auch die Storyentwicklung und vieles mehr
> gehört mit zu meinen Aufgaben.
>
> Zu meinen Fantasyromanen:
>
> Aldrian und DAS HEILIGE BÜNDNIS - Teil I von VII

Nachdem Proust einen Siebenteiler geschrieben hatte, war schon
Harry Potter ein Plagiat. Du vestehst, dass ich Deines nicht
lesen werde. Bei HP war ich auf Seite 170 ausgestiegen. Er reicht
einfach nicht an die 'Verlorene Zeit' heran - aber generiert solche.

Gruss

Walter



Re: Ich möchte mich als neuer Autor v orstellen:

von Johannes Roehl » Donnerstag, 6. November 2008







:D


Ich halte das nichtmal handwerklich für gut (Vom Flattersatz mal
abgesehen). Es klingt halt wie so ein
RPG-Script oder -Handbuch "Die Grünelfen im Flüsterforst", selbst da
gibt es weniger hölzernes ( "gab sich als Verwandter 2. Grades aus",
Brot, das "eine bedenkliche, aber noch akzeptable Bräune erreicht hat").
Trotz Bilbos Geburtstag, eine Abenteuergeschichte beginnt man besser mit
etwas action.
Hier weren alle möglichen Details aufgezählt, ohne das eine Stimmung
oder ein Bild (wie sieht diese Gegend aus?) beim Leser entstünde.
Andererseits gibt es vermutlich auch noch Schlimmeres auf dem Gebiet.
Irgendwer scheint's zu lesen. Ich nicht.

JR




Re: Ich möchte mich als neuer Autor v orstellen:

von Johannes Roehl » Donnerstag, 6. November 2008







quod licet Iovi...
Nein, es wird schon sehr viel verschenkt. Man hätte z.B. damit beginnen
können, daß der geheimnisvolle Elfenonkel eines Abends ins Dorf geritten
kommt und den Fünfjährigen zu sich nimmt. Das Ganze evtl. aus der
Perspektive eines Nachbarn oder so geschildert. (Dann kann man immer
noch einen Sprung auf 17 Jahre später machen.) Irgendwas überraschendes,
nicht so großväterlich (oder wenn chronistenmäßig, dann eben richtig)

Stattdessen wird das trocken referiert, wobei anhand RPG-Klischees
sofort klar ist, daß es sich um einen Elfen und damit bei dem Buben um
einen Mischling handelt.
(Fehlt nur noch eine Angabe wie "Halbelf der 7. Stufe, besondere
Fähigkeiten: Schmieden und Bogenschießen +1")
Oder Fähigkeiten wie das Schmieden. Ein ordentliches Fantasy-Buch
(wahrlich nichts Grandioses) wie das auf den entsprechenden Sagen
basierende "Rheingold" hat IIRC ganze Abschnitte mit saftigen
Schilderungen des Schmiedenlernens. Aber dazu müßte man tatsächlich
recherchieren wie Schmieden geht... Also entweder ganz weglassen oder,
wenn es wichtig ist (weil originellerweise ein Schwert repariert werden
muß oder so), eben nachlesen.

Ich wollte mit etwa 14 (und dann nochmal etwas später, mit Anfang 20)
auch einen großangelegten Fantasy-Roman schreiben (eher realistisch),
Völker, politische Konstellationen, Städte, Burgen, Schiffe hatte ich
alles schon. ;) Aber irgendwie habe ich nie eine vernünftige Handlung
und auch nur die üblichen Klischee-Charaktere gefunden. Als ich dann
feststellte, wie abgegrast das Genre ist, wurde mir klar, daß da nichts
zu machen ist...

JR




Re: Ich möchte mich als neuer Autor v orstellen:

von Wolfram Heinrich » Freitag, 7. November 2008



Am Thu, 06 Nov 2008 13:37:56 +0100 schrieb Johannes Roehl:


Ich weiß nicht, was ein RPG-Script ist, aber vermutlich meinst du das, was
mir beim Lesen auch kam. Ich hatte den Eindruck, daß der Text das Exposé
für einen Fantasyroman ist und noch nicht der Roman selber.

Da gibt es ein ziemlich berühmtes Beispiel. Nachdem ich den Film
"Willkommen, Mr. Chance" von Hal Ashby und mit Peter Sellers (grandios, wie
meist) gesehen hatte, wollte ich auch den Roman von Jerzy Kosinski lesen,
der die Vorlage für den Film lieferte.

--
Der Franze hat gsagt, ihm wärs wurscht, wie spät es ist. Hauptsach, sagt
er, er hat genug Zeit.
< http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> ; <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it> <www.theodor-rieh.de>



Re: Ich möchte mich als neuer Autor v orstellen:

von Wolfram Heinrich » Freitag, 7. November 2008



Am Thu, 06 Nov 2008 13:37:56 +0100 schrieb Johannes Roehl:


Ich weiß nicht, was ein RPG-Script ist, aber vermutlich meinst du das, was
mir beim Lesen auch kam. Ich hatte den Eindruck, daß der Text das Exposé
für einen Fantasyroman ist und noch nicht der Roman selber.

Da gibt es ein ziemlich berühmtes Beispiel. Nachdem ich den Film
"Willkommen, Mr. Chance" von Hal Ashby und mit Peter Sellers (grandios, wie
meist) gesehen hatte, wollte ich auch den Roman von Jerzy Kosinski lesen,
der die Vorlage für den Film lieferte. Dieser sogenannte Roman ist aber in
Wirklichkeit nichts weiter als das Treatment (das ausführlichere Exposè)
für den Film. Ganz merkwürdig, so was.

Ciao
Wolfram
--
Ja, ist das jetzt wahr? Das wäre ja Wahnsinn, wenn das wahr wäre. Es wird
wahrscheinlich doch nicht wahr sein.
< http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> ; <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it> <www.theodor-rieh.de>



Re: Ich möchte mich als neuer Autor v orstellen:

von Johannes Roehl » Freitag, 7. November 2008






Ich meinte ein Exposé für ein Fantasy-Rollenspiel ("Role Playing Game").
Da mein kleiner Bruder sowas mal betrieben hat (und ich selbst ein paar
auf dem Computer gezockt), habe ich mal in derlei Handbücher usw.
reingeschaut.
Es gibt aber eine ganze Reihe Bücher der Fantasy-Literatur, die nicht
viel mehr sind als etwas ausgearbeitete Spielszenarien, insofern ist der
neue Autor in Gesellschaft.

(Mein Buch wäre schon origineller geworden, denn als ich als Teenager
den Hintergrund erfand, kannte ich noch kaum Fantasy, das waren alles
eher Hybride aus historischen Völkern, keine Drachen, Elfen usw. Aber
wie gesagt, ich hatte keine gescheiten Protagonisten)

JR




Re: Ich möchte mich als neuer Autor v orstellen:

von Wolfram Heinrich » Freitag, 7. November 2008



Am Thu, 06 Nov 2008 16:25:52 +0100 schrieb Johannes Roehl:

Ach, du auch.

Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, er wär als Kind fast ein Schachmeister geworden, aber
dann hat sein Vater doch drauf vergessen, ihm die Regeln beizubringen.
< http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> ; <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it> <www.theodor-rieh.de>



Re: Ich möchte mich als neuer Autor v orstellen:

von Wolfram Heinrich » Freitag, 7. November 2008



Am Thu, 06 Nov 2008 21:51:03 +0100 schrieb Johannes Roehl:

Hmja, das kenne ich. In diesem Alter habe ich das auch versucht, damals (in
den sechziger Jahren) gab es aber noch keine Fantasy, zumindest nicht in
Deutschland. Ich wollte, wie du auch, keine Geschichten von Elfen, Alben
und Dungolzen schreiben, sondern richtige historische Romane, bloß halt in
einer erfundenen Vergangenheit. Erfunden deshalb, weil mir das
Recherchieren der historischen Details damals, ohne Internet und nur mit
der Stadtbücherei Eggenfelden im Rücken, nicht möglich war.
Gescheitert ist es auch bei mir an der Handlung. Wenn ich eine gefunden
hatte, dann habe ich gemerkt, daß sie mich nicht interessierte.

Ciao
Wolfram
--
Man nimmt die dunkle, unerklärte Sache wichtiger als die helle, erklärte.
FRIEDRICH NIETZSCHE
< http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> ; <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it> <www.theodor-rieh.de>



Re: Ich möchte mich als neuer Autor v orstellen:

von Hans Altmeyer » Samstag, 8. November 2008






Ich könnte die beiden einigermaßen verschmerzen. Dagegen "Billard um
halbzehn" oder "Gruppenbild mit Dame" würde ich schon eher vermissen.

Gruß, Hans



Re: Ich möchte mich als neuer Autor v orstellen:

von Hans Altmeyer » Samstag, 8. November 2008






kann ich kaum glauben. Zuschußverlage?



Wie? Die haben sich geweigert, Rezensionen aus eigener Feder bei Amazon
einzustellen? Und allein kannst Du das Marketing besser stemmen als die
Werbeabteilung eines Verlags?



Hier nicht.



Ehrlich? Na dann: Stilistisch eine Ansammlung von Versatzstücken,
abgegriffenen altertümelnden Formulierungen und merkwürdigen Stilblüten.
Im Format DIN A5 in Klammerheftung mit 128 Seiten und farbenfrohem
Umschlag wöchentlich an die Kioske liefern, dann findet es seine Leser.

Gruß, Hans



Re: Ich möchte mich als neuer Autor v orstellen:

von Wolfram Heinrich » Samstag, 8. November 2008



Am Fri, 07 Nov 2008 17:34:47 +0100 schrieb Hans Altmeyer:


Das sind dann schon vier geschätzte Romane von Heinrich Böll.

Ciao
Wolfram
--
Gestern kamen sieben Schweine geritten und gaben sich als die Hl. Vierzehn
Nothelfer aus. Ich durchschaute den Betrug, noch ehe ich nachgezählt hatte
und sagte es ihnen.
Das gab ein Weinen / Auf Seiten der Schweinen.
< http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> ; <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it> <www.theodor-rieh.de>



Re: Ich möchte mich als neuer Autor v orstellen:

von Johannes Roehl » Samstag, 8. November 2008







Dieses Buch habe ich nicht mehr so genau im Kopf, aber wirklich komisch
fand ich das wenig bekannte "Ende einer Dienstfahrt".

JR



Re: Ich möchte mich als neuer Autor v orstellen:

von Wolfram Heinrich » Sonntag, 9. November 2008



Am Sat, 08 Nov 2008 11:43:45 +0100 schrieb Johannes Roehl:



Das ist es, in der Tat. Ein Gutteil der Komik kommt meines Erachtens
dadurch zustande, daß die Dialoge und Aussagen, vor allem jene im
Gerichtssaal, in indirekter Protokollsprache wiedergegeben werden.

Ciao
Wolfram
--
Es ist schwierig, einen Menschen dazu zu bringen, eine Sache zu verstehen,
wenn sein Gehalt davon abhängt, daß er sie nicht versteht.
UPTON SINCLAIR
< http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> ; <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it> <www.theodor-rieh.de>



Re: Ich möchte mich als neuer Autor v orstellen:

von Michael Pronay » Sonntag, 9. November 2008







Kenne ich nicht, ruft aber natürlich sofort die Assoziation
zum genialen Albert Drach'schen "Großen Protokoll gegen
Zwetschkenbaum" hervor.

M.



Re: Ich möchte mich als neuer Autor v orstellen:

von Carsten Herrmann » Montag, 10. November 2008







Was das wohl ist? Ein Cousin 2. (in einem Romantext wohl besser:
zweiten) Grades wäre immerhin einzuordnen, aber ein solcher Verwandter
erscheint mir rätselhaft. Doch wenn es um Elfen in der Anderswelt geht,
hat das vielleicht seine Richtigkeit.

CH



If you have any questions, you can contact us: admin#mofeel.net     Spam Report