Welches Lot benutzt der Spengler für Kupfer

von J. Schumacher » Montag, 30. November 2009



Hallo alle,

da der November doch noch ein paar schöne Tage parat hatte, habe ich mein
Bauzeugs wieder rausgekramt ein wenig am Outfit meines Hauses
weitergebastelt.
Nachdem der neue Putz nun endlich drauf ist, muß ich als Nächstes die
Cu-Blechschürzen (k. Ahnung, wie das Zeugs richtig heißt) im Bodenbereich
rund um's Haus anpassen.

Dazu werde ich mit ein paar Meter fertig gekantetes Material vom Spengler
holen und die Ecken, Anschlüsse u.ä. selber anpassen, löten,...

Aber nun die Frage des Lots und des 'Heizgerätes'.
Wann immer ich Kupfer löte, mache ich das mit Ace/O2 und Silphos.

Ist das für das Gespenglerte auch der richtige Weg?
Oder benutzen die Jungs Anderes, z.B. dicker Lötkolben und/oder
phosphorfreies Lot?

Gruß
Jens







Re: Welches Lot benutzt der Spengler für Kupfer

von Harald Klotz » Montag, 30. November 2009







Wieso reicht?
Weichlöten gibt die festere Verbindung.

Harald




Re: Welches Lot benutzt der Spengler für Kupfer

von Wolfgang Horejsi » Montag, 30. November 2009








Der Kenntnisstand in diesem Beitrag dürfte allerdings ca. 10 Jahre alt sein,
da hier immer noch SN60 als Lot für allgemeine Elektronik dargestellt wird
und RoHS mit keinem Wort erwähnt wird.

--
Wolfgang Horejsi www.gebrauchtemotorradersatzteile.de




Re: Welches Lot benutzt der Spengler für Kupfer

von Wolfgang Horejsi » Montag, 30. November 2009








Wird dort immer noch mit stark Blei haltigem Lot gearbeitet?

--
Wolfgang Horejsi www.gebrauchtemotorradersatzteile.de





Re: Welches Lot benutzt der Spengler für Kupfer

von J. Schumacher » Dienstag, 1. Dezember 2009



Am Mon, 30 Nov 2009 02:39:40 +0100 schrieb Harald Klotz:



Das wage ich zu bezweifeln.
'Ne schlechte Hart- gegen eine gute Weichlötung vielleicht...

Jens





Re: Welches Lot benutzt der Spengler für Kupfer

von Harald Klotz » Dienstag, 1. Dezember 2009







Nein, eine schlechte Weichlötung ist eher einer noch Hartlötung weit
überlegen.

Mach eine Zerreissprobe, das hartgelötete Blech oder Rohr wird max.
2/3 der Belastung der Weichlötung aushalten, eher noch deutlich
weniger.
Und reissen wird in beiden Fällen nicht die Lötstelle.
Beim hartgelöteten wird das Kupfer neben der Lötnaht reissen, beim
weichgelötetem irgendwo, aber niemals die Lötstelle.
Der Grund liegt in der zu hohem Wärme beim Hartlöten, das Kupfer wird
weichgeglüht.

Wenn du es nicht glaubst, kannst du einen vereinfachten Versuch
machen.
Nimm ein 15mm Kupferrohr, löte das einmal hart mit einer Muffe und
einmal weich.
Spann das in den Schraubstock und versuche es zu biegen oder brechen.
Du wirst schon ohne Messgeräte feststellen, dass hartgelötete
wesentlich leichter wegknickt.

Harald




Re: Welches Lot benutzt der Spengler für Kupfer

von Harald Klotz » Dienstag, 1. Dezember 2009







Die Naht sieht man ohnehin.
Wenn du sauber arbeitest hast du nur die silberne Naht, ich wüsste
nicht warum das schlecht aussehen soll.

Harald




Re: Welches Lot benutzt der Spengler für Kupfer

von J. Schumacher » Dienstag, 1. Dezember 2009



Am Tue, 1 Dec 2009 04:19:28 +0100 schrieb Harald Klotz:



Entscheide Dich mal, ob Du von der Festigkeit der Lötstelle reden willst
(ganz oben) oder von der Festigkeit von Kupfer in verschiedenen
Wärmebehandlungsstadien.

Eine vernünftige Lötung ist immer haltbarer als der Grundwerkstoff, aber
darum ging es nicht.
Und eine Legierung aus Silber und Kupfer hat wohl auch eine bessere
Zugfestigkeit als Blei/Zinn, oder?


Von Verformungsverfestigung hast Du noch nichts gehört?
Der Faktor Zeit in Verbindung läßt das Material wieder erhärten, nach ein
paar Jahren ist z.B. das Heizungsohr ganz von alleine wieder hart.


Brauche ich nicht, das habe ich mal studiert.

Jens



Re: Welches Lot benutzt der Spengler für Kupfer

von J. Schumacher » Dienstag, 1. Dezember 2009



Am Tue, 1 Dec 2009 04:21:49 +0100 schrieb Harald Klotz:



Du wirst nicht verhindern können, daß das Lot ein Stück weit Über das Blech
läuft, es sei denn, Du bist zu sparsam mit dem Flußmittel.
Dann hast Du aber auch Probleme mit der Festigkeit.

Und nein, ich will keinen silbernen Sabber an meinen Sichtblechen.

Jens



Re: Welches Lot benutzt der Spengler für Kupfer

von Volker Neurath » Dienstag, 1. Dezember 2009









Für solche Zwecke wird im allgemeinen Stangenzinn verwendet; verarbeitet
wird das mit einem gasbeheizten Hammerkolben - alos so etwas:

http://www.werkzeug-bestellen.de/product_info.php?info=p14735_Hammerloetkolben--Nr-300MZ-300W--Ersa.html

nur eben Propanbeheizt.

Etwas Übung ist nötig, allerdings ist es damit durchaus möglich, es ohne
"silbenen Sabber" zu schaffen ;))

Volker

--
Wenn es vom Himmel Zitronen regnet -- lerne, Limonade zu machen.



Re: Welches Lot benutzt der Spengler für Kupfer

von Harald Klotz » Mittwoch, 2. Dezember 2009







Was interessiert die Festigkeit der Lötung?
Die interessiert nicht im geringsten, denn die ist in beiden Fällen
nicht die schwächste Stelle.


Dann ist es albern darüber zu reden, dass Hartlöten die festere
Verbindung gibt.

Bei beiden Lötarten ist die Verbindung nicht die Schwachstelle, also
ist die theoretische Festigkeit der Lötstelle für die Praxis nicht von
Belang.
Von Belang ist die Festigkeit des ganzen und die ist definitv beim
Hartlöten deutlich schlechter.
Dass man denoch überwiegend hartlötet hat praktische Gründe, es ist
schneller und damit billiger, die Festigkeit ist in beiden Fällen
meist ausreichend.
Wenn es dir auf optimale Festigkeit des Ganzen ankommt, dann ist
jedoch weichlöten die erste Wahl.


Was nutzt es dir, wenn neben der Lötstelle die Festigkeit deutlich
sinkt?

Du könntes vielleicht argumentieren, dass du beim Hartlöten mit
kleiner Überlappung auskommen könntest, praxisrelevant ist das aber
nicht.


Und?
Du wartest ein paar Jahre bis du es belastest?
Aber selbst dann wird das hartgelötete Rohr *niemals* bessere
Eigenschaften haben als das weichgelötete.


Und trotzdem keine Ahnung?
Traurig.

Harald




Re: Welches Lot benutzt der Spengler für Kupfer

von Harald Klotz » Mittwoch, 2. Dezember 2009







Ja, wenn man nur studiert und schon die Theorie nicht begriffen hat,
dann wird man von Praxis wohl überhaupt nichts erwarten können.

Überlaufendes Lot bringt genau 0 zusätzliche Festigkeit.


Dann löte hart, sieht hinterher viele Jahre grausam aus, weil das
Blech im Nahtbereich geglüht ist und eine andere Farbe annimmt.

Harald




Re: Welches Lot benutzt der Spengler für Kupfer

von Harald Klotz » Mittwoch, 2. Dezember 2009







In einem anderen Posting hast du eher kundgetan, dass du es nicht
kannst, weil die das Lot sonst wo hinläuft. ;-)

Harald




Re: Welches Lot benutzt der Spengler für Kupfer

von Harald Klotz » Mittwoch, 2. Dezember 2009







Du hast übersehen, dass der OP studiert hat. ;-)

Harald




Re: Welches Lot benutzt der Spengler für Kupfer

von J. Schumacher » Mittwoch, 2. Dezember 2009



Am Tue, 1 Dec 2009 20:48:15 +0100 schrieb Harald Klotz:



Geh' sterben, du Idiot
<Plonk>



If you have any questions, you can contact us: admin#mofeel.net     Spam Report