Wandfarbe Innen, Acrylat vs Latex

von Axel Schäfer » Donnerstag, 24. Dezember 2009



Hallo,

wir wollen ein Zimmer mit Wandfarbe farbig neu gestalten.
Die Oberfläche ist Gipsputz/Gipskarton behandelt mit Acryl Tiefgrund und
einer Arcylatfarbe weiss, matt, abwaschbar, diffusionsoffen (swingcolor
von bauhaus).
Die Farbe lässt sich für eine matte Farbe einigermaßen gut abwaschen und
notfalls auch gut ausbessern.

Jetzt soll eine Latexfarbe matt oder seidenmatt aufgetragen werden, in
der Hoffnung das diese sich besser abwaschen lässt.

Hat jemand Erfahrungen mit solchen Latexfarben, worauf sollte ich bei
der Auswahl achten ?

Mfg
Axel



Re: Wandfarbe Innen, Acrylat vs Latex

von MaWin » Donnerstag, 24. Dezember 2009







D.h. man bekommt von dort alte Oberflächen nicht wieder ab ohne
den Gipskarton runterzureissen oder drüberzuplanken.


SwingColor ist einfach deren Hausmarke, da gibts von Fassadenfarbe
bis flüssiger Rauhfaser alles, von unterschiedlichen Herstellern,
beim wem gerade das billigste vom Laster gefallen ist.


Eine Wand, die du abwaschen könntest, ist gar nicht mehr aktumgsaktiv.
Vergiss abwaschen, mach drüberstreichen.
Also niemals irgendeine abgetönte Farbe nehmen, sondern immer dieselbe
direkt aus dem Eimer, dann kann man auch stellenweise nachstreichen.


Latexfarbe enthält kein Latex mehr, ebensowenigmwie Leberkäse Leber enthält.

Latexfarbe ist heutzutage ebenso eine Alkydharzdispersion wie andere
Dispersionsfarben auch mit seidenmatter Oberfläche, und zumindest die
besseren Qualitäten (nicht vom Baumarkt sondern malerbedarf) sind
hochdeckend.

Ich nehme an, eure Wände sind Holzständerwände mit Dampfsperrfolie
dahinter. Da kommt es kaum noch drauf an, ob die Farbe "diffusionsoffen"
ist, was heute aus Werbezwecken ohne weitere Zahlenangaben auf den
meisten Farben steht, in der Praxis aber Unfug ist, schon der Tiefgrund
hat abgesperrt, und solange keine Silikatfarbe aufgetragen wurde, ist
auch Farbe diffusionshemmend.

Bei Wänden müöchte man daher die Farbe so nach dem 4. Anstrich auch mal
wieder runterbekommen, daher macht man (Rauhfaser-)Tapete drunter, damit
die Farbe nicht von der Wand geschliffen werden muss.

Bei euch ist keine Tapete drunter, du kannst nur überstreichen, und dabei
ist es ziemlich egal was du streichst, denn schlimmer als ein Zimmer in
der Plastiktüte eines Holzständerhauses kann es nicht mehr werden.
Hauptsache die Farbe deckt gut.

Ein ebeso seidiger Ganz wie bei Latexfarbe gibt es bei Dispersionsfarben
"seidenmatt" und wenn die ab 10m2/l schaffen, dann decken die auch
ähnlich gut. Es ist also nicht nötig, Latexfarbe zu kaufen, es tut auch
die billigere Farbe (stets Preis pro qm Deckkraft rechnen, nicht nur auf
den Preis schauen ohne die Quadratmeter gegenzurechnen, du wirst merken,
die meisten Farben sind dann gleichteuer :-)

Welche Farbe nun genau ein deckendes Ergebnis bei niedrigsten Kosten ergibt,
ist stets das Problem :-) aber sei gewarnt: Die Farben, die viele
Quadratmeter pro Liter schaffen sind meist dünnflüssige Plörre, kein so
eingedickter Quark wie die Farben, die nur so 6.5m2/l schaffen, mit denen
man auch ohne Abdecken mal kurz was nachstreichen kann.

Acrylfarbe war mal hervorragend, aber was man heute im Baumarkt bekommt,
ist genau so übel wie Alkydharzdispersion oder eben die Alkydharzduispersion
die als Latexfarbe verkauft wird, es lohnt den Aufpreis nicht.
--
Manfred Winterhoff





Re: Wandfarbe Innen, Acrylat vs Latex

von S.Jedath » Donnerstag, 24. Dezember 2009



Am 23.12.2009 17:15, schrieb Axel Schäfer:

Hi,
so weit, so gut.


Ok, also scheint die Farbe in Ordnung zu sein.

Ich möchte mal in Erinnerung rufen, dass es durchaus verschiedene
Wandfarben gibt. Dabei ist es egal, aus welchen Pülverchen die Farbe
hergestellt wird. Wichtig sind die Bindemittel.

Farbenleim für wischfeste ...... ;-)


Wichtig, egal ob wischfest, waschfest oder scheuerbeständig, die Farbe
sollte sich an/nach entsprechenden DIN-Normen halten/ gefertigt sein.

Ich sag mal so: ich hab 'nen Bouvier (wilder Bursche, immer Draussen),
der sich oft im (engen) Gang zur Küche rumdrückt. ;-)
Die Wände sind mit Seidenglanzlatex gestrichen. Schon zig-Mal mit
Anlauger abgewaschen. Die Farbe glänzt immer noch (über 20Jahr). Und sie
ist auch noch weiss.

Andrerseits sollte auch eine matte Latexfarbe durchaus scheuerbeständig
sein.
Das ist jetzt Geschmackssache, eine Sache deines 'Ambientes' was du
nimmst. In letzer Zeit ist 'matt' wieder angesagt. (Aus meiner Praxis.)

Gruss Siggi



Re: Wandfarbe Innen, Acrylat vs Latex

von Axel Schäfer » Donnerstag, 24. Dezember 2009





.......

Es geht schon um eine farbliche Gestaltung eines Kinderzimmers, bisher
war alles weiss und wir sind wie oben beschrieben verfahren.

Sehr interessant, d.h. eigentlich kommt es nur auf die
Oberflächenbeschaffenheit an ?


Nö, aber so ähnlich, Dachgeschoss eines Reihenhauses Bj.1938 mit ca.
1972 aufgesetzten Gauben, die mit alukaschierter Glaswolle isoliert und
mit GK verkleidet wurden. Alle Nähte mit Aluklebefolie sauber abgeklebt.
Der Rest Mauerwerk zweischalig mit Luftschicht. Im Prinzip aber baugleich.

:-) höre ich da eine leichte Kritik am modernen Leichtbau heraus ?
Im Ernst, einen Neubau würde ich auch nicht mit Folie verkleiden, aber
Holzständer ist eigentlich eine unschuldige Konstruktionsart, die
missbraucht wird. Man kann sowas auch mit schönen massiven Außenwänden
bauen.....


Dann werd ich mal im Fachhandel fahnden und mal jemanden Fragen, der
sowas professionell verarbeitet, welche Marke er bevorzugt.

Mfg
Axel



Re: Wandfarbe Innen, Acrylat vs Latex

von Axel Schäfer » Donnerstag, 24. Dezember 2009





......


Hallo,

was für Anlauger, das Zeug, dass man auch für die Vorbehandlung von
vorlackierten Stahlzargen nimmt ?

Mfg
Axel




Re: Wandfarbe Innen, Acrylat vs Latex

von Flori » Donnerstag, 24. Dezember 2009







Nur mal am Rande: Was auch immer Ihr an Dispersionsfarben irgendwo in
Dtschld. kauft, es stammt mit hoher Sicherheit aus dem Hause Deutsche
Amphibolin. Der Laden produziert bis zu 2.000 Tonnen - pro Tag. Marken
z.B. Caparol, Alpina, aber auch No-Name-Produkte.


Latex ist nur eine andere Bezeichnung für Dispersion, meist von
Acrylat als Bindemittel. Gute Dispersionsfarben enthalten neben
Acrylat- noch Polyurethan-Dispersion, aber das ist für den Laien wohl
nicht ohne weiteres erkennbar. Ein Qualitätskriterium ist aber
"Objektfarbe".


Ich meine, das von der Alkydharzdispersion hier schon mal von Dir
gelesen zu haben. So etwas gibt's aber im DIY-, auch im Maler-Bereich
nicht; nur für Industrie-Einbrennlacke werden Alkyde in Wasser
eingesetzt, das sind aber keine Dispersionen, vielmehr Emulsionen,
ohne das hier weiter auszuführen.

FR



Re: Wandfarbe Innen, Acrylat vs Latex

von MaWin » Donnerstag, 24. Dezember 2009








Hast recht, Alkydharze finde man in lösemittelhaltigen (Benzin etc.) Lacken,
bei wasserbasierenden Dispersionen ist es PVAc, aber somit auch kein Acryl,
sondern ein Polyvinylacetat-Copolymer.

Obwohl die meisten Farben aus derselben Fabrik kommen, sind doch leider die
Qualitäten sehr unterschiedlich, wobei meine Erfahrungen nicht ergeben, dass
die teurere Farbe unbedingt besser wäre, die teure Consolan wurde z.B. von
der billigsten Obi-Hausmarke locker übertroffen, was Deckkraft und
Verstreichbarkeit angeht. Mit ist schon Acryl-Fensterfarbe begegnet,
die nach 1 Jahr im Regen komplett abgewaschen war. Auch wer immer beim
selben Markennamen bleibt, ist vor "Verbesserungen" nicht geschützt.
--
Manfred Winterhoff





Re: Wandfarbe Innen, Acrylat vs Latex

von Flori » Donnerstag, 24. Dezember 2009







Für Benzin als Lösemittel gibt's zur Verwirrung des Publikums
verschiedene Bezeichnungen: Testbenzin, Kristallöl, Wundbenzin,
Terpentinersatz - alles das gleiche.


PVAc ist aber ziemlich unterste Qualität, einigermaßen gute
Dispersionsfabren sollten schon AC als BM enthalten. Übrigens: Nicht
"wasserbasierend" sondern wasserbasiert, und auch das ist eine
schlechte Übersetzung von "water based".


Hm, kenne ich, so um die 12 EUR pro Eimer, nicht schlecht, man sollte
aber einkalkulieren, daß zweimal gerollt werden muß. Bito
(Fachgroßhandel) hat eine Objektfarbe (kostet auch ordentlich), die
muß nur einmal gerollt werden, man muß aber hinterher noch mal
durchgehen und geplatzte Bläschen nachtupfen. Ich dachte mir, zum
Tupfen könnte man ja eine preiswertere Farbe aus dem gleichen Haus,
und zwar auch abgetönt auf RAL 9010 (Hilfsbezeichnung: reinweiß,
idiotischerweise nicht handelsüblich) nehmen. Denkste. Alle getupften
Stellen markierten sich in hellgrau - es mußte also alles noch mal mit
der teuren Farbe übergekullert werden. Der Anschiß lauert überall.
Meine Reklamation wurde von bito übrigens knallhart abgeschmettert.


Es heißt "Freibewitterung", Regen ist davon nur eine Komponente, die
UV-Strahlen machen den Beschichtungen die meisten Schäden (deshalb
müssen Autolacke der Freibewitterung in Florida ausgesetzt werden,
sog. Florida-Test). Übrigens: Der häufigste Lackschaden in Deutschland
ist das großflächige Ablösen der Beschichtung von verzinkten
Oberflächen, zumeist Garagentore aus verzinktem Stahl. Ursache:
Alkydlack verwendet, die Haftungsstörung kommt durch Bildung von
Zinkseifen zustande. Richtig: Zum Lackieren solcher Oberflächen nur PU-
Lacke verwenden.


Der Anschiß...

FR



Re: Wandfarbe Innen, Acrylat vs Latex

von S.Jedath » Freitag, 25. Dezember 2009



Am 23.12.2009 20:12, schrieb Axel Schäfer:

Hi,
das Zeug kann man ja für vieles einsetzen, aber davon habe ich noch nix
gehört. Es ist auf keinen Fall Ersatz für Schleifpapier.

Aber ja, das Zeug meinte ich.
Es ist nicht parfümiert, man kann es je nach Anwendungszweck gut
portionieren. Ungefährlich ist es nicht ....

Gruss Siggi



Re: Wandfarbe Innen, Acrylat vs Latex

von Kristian Neitsch » Sonntag, 27. Dezember 2009



Am 24.12.2009 00:05 schrieb Flori:



Ich hätte noch Petrolether in verschiedenen Siedebereichen zu bieten.
Bspw. Petrolether 80/110.


Kristian

--
§23 StVO Sonstige Pflichten des Fahrzeugführers Abs.3 Satz 3:
Radfahrer und Führer von Krafträdern dürfen die Füße nur dann von den
Pedalen oder den Fußrasten nehmen, wenn der Straßenzustand das erfordert.



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