Re: Kondenswasser bei Kunststoff-Fenstern trotz rich tigem Lüften

von Martin Kobil » Montag, 21. Dezember 2009



> Wir melden das Problem morgen der Hausverwaltung, dokumentiert haben wir
> alles. Aber: Was können wir tun?

Das Wasser abwischen, damit sich kein Schimmel bildet. Die Alu-
Randverbunde der beiden Glasscheiben sind Wärmebrücken und ziehen die
Temperatur am Glasrand herunter, was die Raumluft kondensieren lässt.
Bei den derzeit sehr niedrigen Aussentemperaturen ist das natürlich
besonders stark ausgeprägt. Ich habe das bei meinen Kunstofffenstern
auch und micht nervt es sehr stark. Aber meines Wissens ist nach DIN
der zeitweise Anfall von Kondenswasser an Fenstern zulässig. Es ist
also nicht unbedingt ein Mangel.



Re: Kondenswasser bei Kunststoff-Fenstern trotz rich tigem Lüften

von Martin Kobil » Dienstag, 22. Dezember 2009



> Das muß nicht sein, wir haben extra Edelstahl-Abstandshalter und

Ist der untere Rahmen auch immer mit Abstand zuerst betroffen? Könnte
es sein, dass zuwenig Gasfüllung zwischen den Scheiben ist, das Gas
nach oben steigt und deshalb unten die Luft die größte Wärmebrücke
bildet?

Außerdem frage mich mich bei meinen Fenstern, ob das Glas nicht tiefer
im Rahmen sitzen müsste, damit rein konstruktiv die Wärmedämmung am
Glasrad besser wäre. Damit würden halt die Fensterrahmen noch breiter,
wodurch Kunststofffenster optisch noch schlechter aussehen würden.

Tritt eigentlich das Problem nur bei Kunstofffenstern auf, oder auch
bei Holzfenster?



Wenn wir den gleichen Falz meinen, dann lässt sich IMHO dort
Wasseranfall nie ganz vermeiden. Aber die Rahmen sind ja entwässert.
Bei mir sind aussen auch gar keine Dichtungen drin.



Re: Kondenswasser bei Kunststoff-Fenstern trotz rich tigem Lüften

von fox27 » Dienstag, 22. Dezember 2009





Wenn der Bau nicht richtig ausgetrocknet worden ist (nicht durch den
Mieter und mit einem Bisschen Lüften) kann es sein, dass Feuchtigkeit
nach gezogen wird.

Zuerst die gute Nachricht, im Ernst: Wenn die „überschüssige“
Feuchtigkeit am Fenster kondensiert, sind die „kalten Ecken“ Deiner
Räume etwas trockener. I.d.R. sind das die Orte, wo der Schimmel
grossflächig auftritt und wirklich gefährlich ist.
Wenn Du das Raumklima als erträglich bis komfortabel empfindest, musst
Du nur das Kondensat aufsammeln und verhindern, dass die Dichtungen
herausfaulen, s.u.

Das kann ich fast nicht glauben. Ich habe mich 2 Mal intensiv mit
Kunststoff-Fenstern befasst und bin zum Schluss gekommen, dass schon 3
Kammern billig sind (nicht preiswert!). Ab 5 ist man dabei. Mit einer
Einzigen, lass' alle Hoffnung fahren!
Ich habe ein System von Thyssen, mit einem Stahlblech-Profil und 5
Kammern. Es bewährt sich sehr, hat aber etwa CHF 1000.- / 669 Euro pro
Fenster gekostet. Bei Euch ist es vielleicht billiger, sonst würde es
ja kaum jemand kaufen.
Ich muss etwas ausholen: Die Isolation in hohlen Profilen findet
hauptsächlich im Wärmedurchgang an den Wänden statt: Übergang von der
Luft auf die Wand, durch die Wand und von der Wand in die Luft auf der
anderen Seite. Jeder solche Wärmedurchgang verbessert die Isolation.
Zudem kann in kleinen Kammern die Luft weniger gut zirkulieren. Die
kleine Geschwindigkeit verringert den Wärmedurchgang, was auch hilft.

Lass Dir nicht einreden, dass Du schuld bist. Warte nur, das kommt
noch! Wenn jemand den ganzen Tag etwas köchelt mag das ja sein.
Ich lebe allein in einer alten Wohnung über unbeheizten Räumen, mit
dicken Mauern und einer mässigen Aussen-Isolation,heize nur lokal und
habe deshalb mein Möglichstes getan, um kalte Ecken zu verhindern. Ich
lüfte nur sehr sporadisch ( 1 - höchstens 2 Mal pro Tag). Bis jetzt
habe ich trotz eifrigen Suchens kein Problem mit der Feuchtigkeit
erkannt. Mein Vormieter hatte aber eins, eben mit den kalten Ecken.

Du meinst sicher, einen 4 cm breiten, feuchten Streifen? 4 cm
stehendes Wasser müsste doch auf den Boden abfliessen.
Natürlich. Wenn es wirklich nur 1 Kammer und ein holen Profil hat, ist
das Fenster NICHT isoliert.

Ohne genaue Kenntnis der Konsequenzen überlege ich mir, das Wasser in
einer Rinne zu sammeln und abfliessen zu lassen.
Ich habe in meiner kalten Duschkabine, ebenfalls über unbeheizten
Räumen, das Problem, dass sich an der Kitfuge über der Duschetasse ein
brauner Microorganismus bildet. Seit ich nach dem Duschen trocken
wische und von Zeit zu Zeit einen Giftschlag mit Eau-de-Javelle (ein
billiges Chlorbleichmittel) führe, ist es erträglich. Das
Javellewasser verschwindet nach einigen Stunden wieder, wenn es mit
seiner Umgebung reagieren konnte. Achtung: Bei der Anwendung Halb-
Gasmaske mit Kohlefilter tragen und dann nix wie raus!
Das scheint mir OK. Bei mir ist es zwar trockener (32 .. 36 %), aber
das wäre für die meisten Leute quälend.
Das kommt etwas hin. Prima, dass Du Deine Daten mitgeteilt hast. Ich
habe mit Deinen 21 - 22 °C und 42 - 46 % RF im Mollier-i-x-Diagramm
nachgesehen, wo der Taupunkt liegt und etwa 9 °C gefunden.

Exkurs Mollier-i-x-Diagramm oder Mollier-h-x-Diagramm:
Guckst Du hier: Google „mollier diagramm“ und dann z.B. in
http://www.energieundinnovation.de/graphiken/h-x-Diagramm.jpg

Für eine Erklärung Guckst Du hier: Google „mollier diagramm
erklärung“ und dann z.B. in
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei :Hx-Dia_Prinzip_1.jpg&filetimestamp=20070516233205
Darin geht das, was ich gleich beschreibe, entlang der blauen Linie
von Punkt 1 zu Punkt 4, allerding mit etwas anderen Daten.

Es hat darin Linien auf denen jeweils eine Grösse konstant ist. Die
Abszisse (horizontale Koordinaten-Achse) ist der Wassergehalt x in g
Wasser pro Kg feuchte Luft. Suche die Linie mit Deiner Temperatur und
die Linie mit Deiner rel. Feuchtigkeit (Achtung: Ist üblicherweise
nicht in % sondern als Dezimalbruch angeschrieben. Deine 42 .. 46 %
sind dann 0.42 .. 0.46 .Wo sich die Temperatur- und die Feuchte-Linie
schneiden, hast Du den Zustand. Wenn man diese feuchte Luft abkühlt,
verändert man zunächst den Wassergehalt nicht, obwohl die RF immer
grösser wird, bis es kondensiert. Deshalb bewegt man sich längs
konstantem x also senkrecht nach unten bis zur Grenzlinie unterhalb
derer keine Feuchte-Linien mehr stehen. Die Temperatur an dieser
Stelle heisst Taupunkt. Da kondensiert es.


Billige Fenster und wirklich schlechte Scheiben braucht nicht
unbedingt gleichbedeutend zu sein. Wenn es am Rahmen (fester und des
Fensterflügels) nicht kondensiert, würde ich mich erkundigen, ob man
bei den Fenster die Verglasung wechseln kann. Ich habe mal bei der
Schweizer Vertretung von Schott Glas gearbeitet und war erstaunt, wie
billig gute Verglasungen sind, wenn man Sie nicht über den
Fensterbauer bezieht, sondern Sie direkt im Glashandel anfertigen
lässt, nach Mass!

Laut einer Tabelle im Internet liegt der Taupunkt
Das kann man so nicht sagen. Die Temperatur, bei der diese 50% RF
herrschen spielt eine entscheidende Rolle. Siehe Mollier und meine
Erklärung oben.

naja...

Grüsse



If you have any questions, you can contact us: admin#mofeel.net     Spam Report