[git] Kurze Kabel - Qualität

von Herbert Meister » Mittwoch, 14. April 2004



Hallo,

ich denke grade darüber nach für meine Gitarren-Effektparade daheim ein
paar anständige Kabel zu besorgen. Nur weiß ich nicht an welchen stellen
das sinn macht und was man sich da kaufen soll. Da Patchkabel natürgemäß
kurz (mal mehr mal weniger) sind, frage ich mich ob man da überhaut mehr
Geld investieren soll oder getrost ein stinknormales Patchkabel nehmen
kann. An meiner Gitarre hängt dann noch so ein gedrehtes Kabel, was ich
als sehr praktisch empfinde. Spricht Soundmäßig irgendwas gegen diese
art von Kabel (meine mal sowas gelesen zu haben). Weiter frage ich mich
auch ob es bei eher Kurzen verbindungen (gitarre -> effekt) auch einen
eher geringen Soundqualtitäsfaktor ausmacht.

Wenn ich mir die Kabelangebote online anschaue bin ich etwas verloren
und hab nicht so viel Ahnung von der Materie. Abschirmung ist da wohl
allererstes Gebot und viele Marketingausdrücke verwässern irgendwie die
Angebotstransparenz.

Habt ihr vieleicht mal ein paar Tips und Ratschläge?



Re: [git] Kurze Kabel - Qualität

von Niels Ott » Mittwoch, 14. April 2004






Da ist viel Esoterik dabei, bei der Kabelwahl. Da eine Gitarre ja meist ein
schwaches Signal liefert, fängst Du Dir viel Rauschen/Dreck ein (mit
zunehmender Kabellänge und Steckernetzteilen u.ä. die unterwegs neben dem
Kabel residieren wird das immer mehr/wahrscheinlicher.)

Also wenn ich Kabel kaufe, dann sollten sie nur so lang wie unbedingt
nötig, robust (d.h. trittfest) und mit robusten Steckern (Neutrik o.ä.)
ausgestattet sein.

Auch da bröselt mal ne Lötstelle weg, und man muß reparieren. Aber mit o.g.
gab's bisher wenig Probleme.

Patchkabel? Ich hab da die Standard-Teile vom MmM und es gab bisher keinen
Ärger. Billig-Ausführung aber dick (d.h. viel Gummi -> robuster) - und
immer n paar auf Reserve.

Glücklicherweise spiele ich aber nicht Gitarre, d.h. ich bin von der
Kabel-Röhrenamp-Effekt-Esoterik unangetastet und kann mich den Tatsachen
widmen. ;-)))

Niels

--
-> http://tomixyz.de/niels/ -> ; http://www.BrainTool.rockt.de
Ich war Atheist... bis ich merkte, daß ich Gott bin.



Re: [git] Kurze Kabel - Qualität

von Frank Hucklenbroich » Mittwoch, 14. April 2004







Kannst Du. Es ist je nach Effekt praktisch, wenn das welche mit
Winkelsteckern sind, die halten dann etwas länger und knicken nicht so
schnell ab.

Bei Kabeln gibt es da imho kaum hörbare Unterschiede, eher schon bei den
Stecker. Wenn es so ein Plastikkabel mit angeschweißten Steckern ist kann
man es bei einem Wckler eigentlich nur noch wegschmeißen, ist da aber ein
richtiger Stecker drangelötet läßt sich evtl. noch noch retten. Für kurze
Käbelchen zwischen Effekten lohnt sich das aber imho nicht (wenn die fest
auf einem Brett montiert sind haben die ja eh nicht viel auszuhalten).


Die Dinger rauschen manchmal etwas mehr als "normale" Kabel, warum kann ich
auch nicht erklären, vermutlich ist so ein verdrehtes Teil einfach
anfälliger gegen Einstreuungen. Wenn Du keine Probleme mit Rauschen oder
Störungen hast, spricht eigentlich nichts gegen so ein Spiralkabel. Nur
leiern die mit der Zeit irgendwann aus und hängen dann etwas unschön rum,
aber wenn's Dich nicht stört?!

Ich würde halt nur beim Gitarrenkabel auf solide Stecker achten, denn die
haben ja doch einiges auszuhalten. Da lieber etwas mehr investieren.


Nee, also das glaub ich nicht. Bei *sehr* langen Kabeln vielleicht, aber
nicht bei Kabeln im cm-Bereich.


Auch hier kommts auf die Anwendung an. Was nützt ein super abgeschirmtes
Kabel wenn Du Dir über die Pickups dafür umso mehr Störungen einfängst? Ich
denke die richtig teuren, gut abgeschirmten Kabel sind wohl eher für den
Recording-Bereich. Live hört das imho kein Mensch (weils da eh immer
irgendwo brummt und rauscht).

Grüße,

Frank



Re: [git] Kurze Kabel - Qualität

von swen.spam603 » Mittwoch, 14. April 2004





[Spiralkabel]

Spralkabel waren etwas mit dem man meinem Gitarrenlehrer die Zornesröte
ins Gesicht treiben konnte :-)

Seiner Meinung nach sind Spiralkabel nicht nur immer mit einem
verhältnismässig dünnen Querschnitt versehen, durch die ständige
Bewegung arbeitet der Draht, soll heissen es entstehen mit der Zeit
viele dünne Stellen ....

Ob es stimmt weiss ich nicht, ich hab nie eines selbst besessen, die die
ich gespielt habe waren aber vom Nebengeräuchlevel, Knacksen etc.
absolut entbehrlich.


ACK


Soweit ich mich erinnere ist die gesamte Kabellänge für den Klang
relevant. Im G&B Talk hat mal jemand einen Kabeltest aus der "tools 4
music" geposted [1] den ich recht interessant fand.

Patchkabel und die Effekte machen auch locker einen Meter und mehr aus
und werden wohl durchaus relevant. Ich zitiere mal den interessanten
Teil:

|... Um möglichst viel vom Eigenklang eines Tonabnehmers zum Verstärker
| hinüberzuretten, muss das verwendete Kabel möglichst kurz und
| kapazitätsarm sein. Je länger die Kabelverbindung, um so mehr
| Kapazität addiert sich auf, die den Klang immer dumpfer werden lässt.
| Als erstes Qualitätskriterium bei Instrumentenkabeln werten wir
| deshalb eine möglichst geringe Eigenkapazität pro Meter. Allerdings
| ist Sound bekanntermaßen Geschmackssache, und die vielen auf dieser
| Welt existierenden Tonabnehmer fallen elektrisch höchst
| unterschiedlich aus, so dass es nicht automatisch möglich ist, das
| Kabel mit der geringsten Kapazität zum klanglich besten zu küren. Wie
| wir gesehen haben, ist ja die Kombination aus Pickup und Kabel
| entscheidend, und da kann es schon mal vorkommen, dass ein neues,
| vermeintlich schlechtes Kabel mit viel Kapazität der eigenen Gitarre
| plötzlich die lange ersehnte, klangliche Fülle und Wärme verpasst. In
| Sachen Sound bleibt einem also nichts anderes übrig, als mit eigener
| Gitarre und Verstärker mehrere Kabel und auch unterschiedliche
| Längen(!) auszuprobieren. Wird in der Zuleitung ein Bodeneffektgerät
| verwendet, muss dieses beim Testen natürlich auch im Signalweg
| präsent sein. ...

Folgt man diesem Urteil kann man eigentlich nur wieder empfehlen selbst
auszuprobieren, konkrete Kabel zu empfehlen wäre demnach wenig
hilfreich.

Gruss
Holger

[1] http://talk1.gitarrebass.de/archiv/03/12/28/r002/67640.html



Re: [git] Kurze Kabel - Qualität

von Rene Tschirley » Mittwoch, 14. April 2004






Kauf halt ein preiswertes robustes, leg Dir eins zur Reserve und gut.

Gruss,
Rene, der sich seine Kabel immer selbst konfektioniert.

--
Dipl.-Inform. René Tschirley http://www.cs.tu-berlin.de/ ~pooh
TU Berlin, Computer Graphics and Computer Assisted Medicine research group




Re: [git] Kurze Kabel - Qualität

von Volker Gringmuth » Donnerstag, 15. April 2004







oder einen richtigen Stecker dranlöten :)


Es ist länger.


vG

--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Du bist verwirrt. Bitte geh in eine Microsoft-Gruppe und laß Dir dort von ande-
ren Verwirrten erklären, daß Deine Software gut, Ihre Bedienung idiotensicher
und die Welt schlecht ist." (RSS in dcsmm an einen OE-User)



Re: [git] Kurze Kabel - Qualität

von Soulmatic » Donnerstag, 15. April 2004







Hallo Herbert,

wie sind den Deine Effektgeräte angeordnet? Vielleicht alle Ein und
Ausgägnge jeweils seitwärts? dann....
Ich benutze zum Beispiel einfach Doppelklinkenadapter -> zwei
Klinkenstecker am Arsch über einen Winkel zusammengelötet. die
höhenanpassung zwischen den verschiedenen Effekten erfolgt über den Winkel.
Die Sache ist einfach und stabil.
Werner "Werner" Hammer
Soulmatic
fine'n phunky soul stuff
http://www.soulmatic.com





Re: [git] Kurze Kabel - Qualität

von Kai Glanz » Donnerstag, 15. April 2004





Hallo Holger,

das ist schon ziemlich frustrierend finde ich.
Das fängt bei den Kabeln und hört selbst bei Gitarren und Verstärkern usw.
nciht auf.
Am einfachsten ist es noch Gitarren und Amps zu vergleichen, aber kauf Dir
mal 30 verschiedene Sätze Saiten und zieh sie Dir nacheinander auf Deine
Gitarre auf und sag dann nach dem 30. mal wechseln, welches Dir am besten
gefallen hat........

Grüße

Kai





Re: [git] Kurze Kabel - Qualität

von Erik Huether » Donnerstag, 15. April 2004



Hubert Barth schrieb am Mittwoch, 14. April 2004 18:36:


Heißt das, daß ich mir lieber ein kurzes Kabel bis zur ersten Tretmine
(Hier: Wah-Pedal) nehmen sollte, und dann das längere vom Wah bis zum
Amp, der irgendwo weiter hinten in der Botanik steht?

Oder andersrum: ab der ersten Trampelkiste spielt die Kabellänge nur
noch eine sehr untergeordnete Rolle, vorher aber schon?

Gruß Erik

--
Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat. [Wilhelm Busch]
Privat: http://www.ostertaler.de --|-- Band: http://www.nassbirne.de
NP: 03_-_Monster_Magnet_-_Doomsday



Re: [git] Kurze Kabel - Qualität

von Frank Hucklenbroich » Donnerstag, 15. April 2004








....dann ist es vermutlich aber zu kurz, wenn man jetzt von den typischen
Patchkabeln mit 20cm(?) Länge ausgeht. Wenn man da beide Plastikstecker
abschneidet und "richtige" Stecker dranlötet bleibt nicht mehr allzuviel
Kabel übrig.

Grüße,

Frank



Re: [git] Kurze Kabel - Qualität

von Frank Hucklenbroich » Donnerstag, 15. April 2004







Ja, kann man so sagen.


Genau, weil in der ersten Tretmine ja schon einiges verstärkt wird. Wenn
das Signal da schon verrauscht/gestört ankommt (weils Kabel zu lang ist),
wird das Rauschen/Brummen natürlich mit verstärkt. Umgekehrt ist ein
"lautes" Signal hinter der Tretmiene weniger anfällig gegen Störungen (bzw.
die fallen dann nicht mehr so ins Gewicht und werden nicht auch noch mal
mit verstärkt).

Grüße,

Frank



Re: [git] Kurze Kabel - Qualität

von swen.spam603 » Donnerstag, 15. April 2004






Ist doch auch nett, da wird einem nie langweilig :-)


Das fällt mir jetzt widerum schwerer. Bei Saiten oder Kabel gibt man mal
dreissig vierzig Euro aus, die man eh ausgegeben hätte. Ein
Instrumentenkauf ist für mich schon immer was ziemlich aufregendes.


Ich seh das relativ entspannt und finde, dass man diesen Testerei auf
länger anlegen darf. Beispielsweise Saiten, da spiele ich durchaus mal
5-10 Sätze wenn mir ein Typus zusagt, dann irgendwann probier ich mal
wieder einen von früher oder etwas ganz neues und wenn es gefällt spiele
ich davon mal 5-10 Sätze usw.

Das explizite Testen von zig Typen im direkten Vergleich bringt ehrlich
gesagt eh nicht soviel, man lernt den ganzen Kram eh erst kennen wenn
man ihn im Alltag richtig nutzt.

Eine miese Tagesform, wechselnde stilistische Präferenzen, wechselnde
Gitarren usw. sorgen zumindest bei mir dafür, dass ich immer wieder mal
mein Lieblingszubehör in Frage stelle, und mit der Form von Neugier,
also der Frage ob es nicht doch was besseres, passenderes gibt,
erschliesse ich mir dann immer wieder Neues. Dass ich jetzt im Laden
verschiedene Kabel probieren würde kommt eigentlich nicht, entweder sie
bewähren sich über die Zeit oder eben nicht.

Gruss
Holger



Re: [git] Kurze Kabel - Qualität

von swen.spam603 » Samstag, 17. April 2004






Wenn es einen "True Bypass" gibt, dann sollte nach meinem Vertsändnis
das Kabel hinter und zwischen den Effekten auch eine Rolle spielen.

Die Frage, wo welche Kabellänge sinnvoll ist, ist so pauschal wohl nicht
zu beantworten und ich würde bei guten Effektpedalen davon ausgehen,
dass die Kapazität des Kabels hinter der Tretmine im Bypass-Modus sehr
wohl auch eine Rolle spielt.

Gruss
Holger



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