Re: Kompressionsstruempfe

von Andreas Müller » Montag, 25. April 2005



Oliver Ding schrieb:

> Bei einder Diskussion vertrat ein Krankenpfleger den Standpunkt, daß
> vor dem Anlegen von Kompressionsstrümpfen (keine ATS) Fußpulse gemessen
> werden sollen, da bei fehlendem oder sehr schwachem Fußpuls das Anlegen
> des Kompressionsstrumpfes kontraindiziert sei.

Hallo Oliver,

Worin besteht für dich der Unterschied zwischen ATS (Ich denke du meinst
Anti-Thrombose-Strümpfe) und Kompressionsstrümpfen? Meinst du mit
letzterem etwa so etwas wie angepasste Strümpfe aus dem Sanitätshaus?
Theoretisch besteht zwischen beiden kein Unterschied!?

> Hat jemand erhellende Infomationen zu diesem Thema?

Naja, man sollte das auch immer relativ sehen. Grundsätzlich sollten bei
Patienten mit bestimmten Erkrankungen (z.B. pAVK oder Diabetes Mellitus)
auf ATS eher verzichtet werden. Hat ein solcher Pat aber z.B.
rezidivierende Embolien in der Anamnese, ist vorsicht geboten und das
anpassen von Kompressionsstrümpfen mitunter gerechtfertigt. Nichts desto
trotz sollte man jeden Patienten individuell beurteilen :-)


--
Gruß
Andreas Müller



Kompressionsstruempfe

von Oliver Ding » Montag, 25. April 2005



Bei einder Diskussion vertrat ein Krankenpfleger den Standpunkt, daß
vor dem Anlegen von Kompressionsstrümpfen (keine ATS) Fußpulse gemessen
werden sollen, da bei fehlendem oder sehr schwachem Fußpuls das Anlegen
des Kompressionsstrumpfes kontraindiziert sei. In verschiedenen
Lehrbüchern (Thieme Pflege, Thieme Altenpflege) fand sich jedoch kein
Anhaltspunkt für diese These, die IMHO davon unabhängig Sinn ergibt.

Hat jemand erhellende Infomationen zu diesem Thema?

»Socke«
--
Bloß die unbedeutende Meinung einer Socke... ;-)
home: http://www.sockenseite.de/ < ;---> music: http://www.plattentests.de/
Allgemeine Musiknewsgruppen-FAQ: http://www.sockenseite.de/music-faq.html
de.rec.musik.recherche-FAQ: http://www.sockenseite.de/recherche-faq.html



Re: Kompressionsstruempfe

von Oliver Ding » Montag, 25. April 2005






Korrekt. Unter ATS verstehe ich die klassischen weißen Strümpfe, die
auch ohne ärztliche Anordnung als Prophylaxe angelegt werden.


Auch wenn natürlich auch ATS Kompression ausüben, dachte ich, die
Bezeichnung "Kompressionsstrümpfe" für die auf ärztliche Anordnung
anzulegenden, speziell angepaßten Strümpfe sei üblich und verständlich.
:-)


Das sowieso. Mich interessiert derzeit jedoch vorrangig die mögliche
Notwendigkeit der Pulsmessung an den Füßen. Davon hatte ich selbst
noch nie etwas gehört, aber mein Kollege war fest davon überzeugt.
Er war dann aber erstaunt, in der vorliegenden Literatur keine Hinweise
dazu zu finden.

»Socke«
--
Bloß die unbedeutende Meinung einer Socke... ;-)
home: http://www.sockenseite.de/ < ;---> music: http://www.plattentests.de/
Allgemeine Musiknewsgruppen-FAQ: http://www.sockenseite.de/music-faq.html
de.rec.musik.recherche-FAQ: http://www.sockenseite.de/recherche-faq.html



Re: Kompressionsstruempfe

von Andreas Müller » Montag, 25. April 2005








Also meines Wissen bedürfen solche Strümpfe _immer_ der ärztlichen
Anordnung. Egal welchen Namen sie haben, bzw. stark die Kompression ist.


Ganz ehrlich gesagt erinnere ich mich nicht, mal jemanden vor dem
anpassen solcher Strümpfe pulsmessen gesehen zu haben?! Ich habe auch
meine Pflegebücher eben mal durchgesehen und auch nichts dazu gefunden.


--
Gruß
Andreas Müller



Re: Kompressionsstruempfe

von Joerg Moeller » Montag, 25. April 2005







Erhellende Infos nicht gerade; eher ein Gedanke.

Wenn die Strümpfe zu stark komprimieren, dann besteht die Gefahr einer
lokalen Ischämie. Legt man keine Strümpfe an besteht Thrombosegefahr.

Welche dieser Gefahren ist wohl tödlicher?

'ATS' ist IMHO ein Unwort für "Kompressionsstrümpfe von der Stange".
Sind die Strümpfe aber speziell für den Pat. gefertigt, dann erübrigt
sich IMO das Messen der Fußpulse, denn ich gehe davon aus, daß die
Kompressionsklasse entweder vom verordnenden Arzt festgelegt oder von
der maßnehmenden Fachkraft ermittelt wurde.

just my 2 cent
mfg
Jörg

--
http://www.diabetesinfo.de/ Basiswissen für interessierte Diabetiker
http://www.einsteiger.diabetesinfo.de/ Grundwissen über Diabetes ,
leicht verständlich aufbereitet besonders für Neueinsteiger
http://www.dsmd-faq.info/ Die FAQ-Liste von de.sci.medizin.diabetes



Re: Kompressionsstruempfe

von Oliver Ding » Montag, 25. April 2005






Letztere natürlich. Allerdings wäre im Fall des nicht oder kaum zu
messenden Pulses ggf. ein Pütterverband eine alternative Maßnahme.


:-)


Nun ist die Durchblutungssituation ja ggf. variabel ...

»Socke«
--
Bloß die unbedeutende Meinung einer Socke... ;-)
home: http://www.sockenseite.de/ < ;---> music: http://www.plattentests.de/
Allgemeine Musiknewsgruppen-FAQ: http://www.sockenseite.de/music-faq.html
de.rec.musik.recherche-FAQ: http://www.sockenseite.de/recherche-faq.html



Re: Kompressionsstruempfe

von Hartmut 'Hardy' Schiszler » Montag, 25. April 2005



Andreas Müller äußerte sich:

Nichts desto trotz dürfte es kein Fehler sein die Fulspulse zu tasten.
Sind sie nicht fühlbar, dann Dopplern. Sollte da auch nur
abgeschwächte Pulse feststellbar sein, sollte die Indikation zu den
ATS sehr eng gestellt werden, wenn diese Situation nicht bereits per
se eine Kontraindikation darstellt.

Hardy

--
Gerade zu Hause liegt unsere Heimstärke.
(Carsten Ramelow)



Re: Kompressionsstruempfe

von Andreas Müller » Dienstag, 26. April 2005






> Nichts desto trotz dürfte es kein Fehler sein die Fulspulse zu tasten.
> Sind sie nicht fühlbar, dann Dopplern. Sollte da auch nur
> abgeschwächte Pulse feststellbar sein, sollte die Indikation zu den
> ATS sehr eng gestellt werden, wenn diese Situation nicht bereits per
> se eine Kontraindikation darstellt.


Hallo Hardy,

ja, das tasten ist sicher kein Fehler :-)Ich denke aber das in der
Praxis vermutlich niemand mit dem Doppler anrückt, wenn es um
Thrombosestrümpfe geht. Dann gleich darauf verzichten. Es gibt ja auch
noch andere Möglichkeiten der Thrombose- und Embolieprophylaxe.
(Früh)mobilisation, Antikoagulation, Bewegungsübungen, ect.


--
Gruß
Andreas Müller



Re: Kompressionsstruempfe

von Hartmut 'Hardy' Schiszler » Dienstag, 26. April 2005



Andreas Müller äußerte sich:



Ich bezog mich ja auch konkret auf deine Aussage:

: Ganz ehrlich gesagt erinnere ich mich nicht, mal jemanden vor dem
: anpassen solcher Strümpfe pulsmessen gesehen zu haben?! Ich habe auch
: meine Pflegebücher eben mal durchgesehen und auch nichts dazu gefunden.

Und da entstand bei mir der Gedanke. Das wäre dann auf jeden Fall die
sichere Seite...
Aber gesehen habe ich es auch noch nicht. Allerdings habe ich schon
diverse Ulcera gesehen, weil Patienten auf Teufel komm raus zum Tragen
von ATS verdonnert wurden.

BTW, Posting genügt, musst nicht auch noch per Mail antworten;-)

Hardy

--
Die Wichtigkeit einer Aussage ist reziprokproportional zur Menge der
verwendeten Ausrufezeichen.
Kathinka Wenz in dafa



Re: Kompressionsstruempfe

von Juergen Baer » Dienstag, 26. April 2005



On Sun, 24 Apr 2005 21:18:34 UTC, Oliver Ding < XXXX@XXXXX.COM >

Hallo Oliver
Das ist zwefellos richtig, die Frage ist nur, ob die Prüfung der
Fußpulse Sache der Pflegekraft
oder des aufnehmenden und anordnenden Arztes ist.
In unserer Klinik ist das klar geregelt, bei Euch nicht?
Wenn Du natürlich den Eindruck hast, daß der Arzt sich diese Arbeit
nicht macht, liegt es nahe,
Dich selbst zu überzeugen, um von den Patienten Schaden abzuwenden.
> Hat jemand erhellende Infomationen zu diesem Thema?
Meinst Du Informationen zum Thema pAVK oder zum Thema Verantwortung?
In den Lehrbüchern der Pflege wird das Thema nicht erwähnt, weil es
ganz klar NICHT
Sache der Pflege ist, Kompressionsstrümpfe zu rezeptieren oder
anzuordnen,
bestenfalls den Vorschlag einzubringen.
"Kompressionssocke"? ;-))

CU
Jürgen

--
---------------
this is my personal opinion
Juergen Baer
XXXX@XXXXX.COM (mit einem"t")



Re: Kompressionsstruempfe

von Walle » Dienstag, 26. April 2005



Oliver Ding erwähnte:


Naja, so mancher hat die Salamichirurgie, der einer Nekrose an den
Zehen vorausging, nicht überlebt.


Keine wirklich gute. Ein sachkundig angepasser Kompressionsstrumpf
macht vermutlich weniger Ärger als ein nach Gefühl gewickelter
Pütterverband.

Gruß, Walle

--
[ http://walle.net ]



Re: Kompressionsstruempfe

von Walle » Dienstag, 26. April 2005



Oliver Ding erwähnte:


Fußpulskontrolle als zwingende Maßnahme vor dem Anlegen der Strümpfe
kenne ich auch nicht. Zum Ausschluss eine pAVK, die dein Freund
sicherlich im Hinterkopf hatte :o) , ist die Fußpulskontrolle
allerdings auch nicht das Mittel der Wahl.

Gruß, Walle

--
[ http://walle.net ]



Re: Kompressionsstruempfe

von Hartmut 'Hardy' Schiszler » Dienstag, 26. April 2005



Walle äußerte sich:

Das ist sicherlich richtig.
Aber nun mal ein Einwand aus eigener Erfahrung:

Als ich in den achtziger Jahren in der geriatrischen Reha tätig war,
erlebte ich es durchaus noch, dass ein Rezept ausgestellt wurde, für
einen Strumpf, der nach abmessen individuell gestrickt wurde.

Vor zwei Jahren hatte ich ja meinen Moppedunfall. U.A. erliett ich ein
Kompartement-Sydrom im linken U'schenkel. Behandlung durch
Fascienspaltung und Mashcraftdeckung, weil das Lympfödem sich nicht
zurückbildete. Es besteht heute noch. Dei ärtzlich verordneten
Kompressionsstrümpfe wurden aber nicht gestrickt, sondern im
Sanitätsfachgeschäft nach abmessen von der Stang verkauft.
Nach kurzer Zeit rutschten die Dinger und hingen in der Kniekehle.
Auf Nachfrage beim Arzt nach passend gestrickten, versicherte er mir
glaubhaft, dass er sowas nicht mehr rezeptieren dürfe.
Nun lasse ich eurer Fantasie freien Lauf, bezüglich der Passform und
dem Sitz von Kompressionsstrümpfen.

Hardy

--
Ich verwende seit einen 1/4 Jahrhundert keine Unterhosen.
(Das Mösl in dafa)



Re: Kompressionsstruempfe

von Andreas Müller » Dienstag, 26. April 2005







Das kann passieren...
Es wird zuviel nach Standards gearbeitet und zu wenig auf den Patienten
geachtet. Sowas ist dann das Ergebnis.


Hab ich das? War nicht beabsichtigt!


--
Gruß
Andreas Müller



Re: Kompressionsstruempfe

von Andreas Müller » Dienstag, 26. April 2005






> Aber gesehen habe ich es auch noch nicht. Allerdings habe ich schon
> diverse Ulcera gesehen, weil Patienten auf Teufel komm raus zum Tragen
> von ATS verdonnert wurden.


Das kann passieren...
Es wird zuviel nach Standards gearbeitet und zu wenig auf den Patienten
geachtet. Sowas ist dann das Ergebnis.

> BTW, Posting genügt, musst nicht auch noch per Mail antworten;-)


Hab ich das? War nicht beabsichtigt!

--
Gruß
Andreas Müller



If you have any questions, you can contact us: admin#mofeel.net     Spam Report