Syrien: Wo bleiben die Demokraten und die Menschenrechtler?

von Maurice Merlin » Montag, 31. Mai 2004



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Wo bleiben die Demokraten und die Menschenrechtler?

Vor ein paar Wochen hat der syrische Staatspräsident Dr. Bashaar Al-
Assad in einem Interview mit dem arabischen Aljazeera TV zugegeben,
dass es in Syrien ein kurdisches Volk gibt, welches als ein wichtiger
Teil des syrischen nationalen und historischem Gewebe anzusehen ist. Er
hat auch zugegeben, dass eine ungeschickte Politik unter Herrschaft
seiner regierenden Baathpartei gegenüber dem kurdischen Volk ausgeübt
worden ist. Aber er hat über die Rechte dieses Volkes keine
Zugeständnise gemacht. Das ist keine Lösung für das kurdische Problem
in Syrien. Jedes Jahr fliehen noch mehr und mehr Kurden nach
Deutschland um Asyl zu beantragen. Das ist gleichzeitig ein Problem für
Europa. Die kurdische national-demokratische Bewegung kämpft seit ihrer
Gründung in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts für eine
gerechte Lösung dieses Problems in der Heimat. Die Baathpartei, die
durch einen Militärputsch und Blutvergießen an die Macht gekommen ist,
verwirklicht ihre rassistische Arabisierungspolitik in den kurdischen
Gebieten in Nord-Syrien. Dieses Problem schildern wir hier in einigen
Zeilen, um Demokraten und Menschenrechtler darüber nochmals zu
informieren und aufmerksam machen.

Am 5. Oktober 1962 fand in den kurdischen Gebieten in Syrien, seitens
der syrischen Regierung unter der Regie der bis jetzt regierenden Bath-
Partei, einer totalitären Einzelherrschaftspartei, eine
Sondervolkszählung statt; als deren Folge wurden damals mehr als
120.000 Kurden mit einem Federstrich aus der Liste der Lebenden
gestrichen, indem man ihnen einfach die syrische Staatsbürgerschaft
entzog. Heute sind es mehr als 250.000 Menschen betroffen.

Im Kern dieser Politik standen die Gedanken des Mohammed Talab Hilal,
eines führenden Kopfideologen „zur Endlösung“ der Kurdenfrage, die in
12 Punkten besagen:

1. Zwangsumsiedlung der Kurden aus ihren Wohngebieten in das
Landesinnere.

2. Erhaltung bzw. Schaffung eines völligen Analphabetentums unter den
Kurden.

3. Die Mehrheit der Kurden ist türkischer Nationalität. Daher ist die
Staatsangehörigkeit der Kurden zu überprüfen und die Betreffenden haben
die syrische Staatsangehörigkeit zu verlieren.

Anmerkung: Wollte man von diesen Gesichtspunkten ausgehen, so wären
auch alle Araber als türkische Staatsbürger zu betrachten, da ja auch
sie 400 Jahre lang unter türkischer Herrschaft standen.

4. Den Kurden soll keine Arbeitsgelegenheit geboten werden, so dass sie
handlungsunfähig werden und gezwungen sind, ihre Sesshaftigkeit
aufzugeben.

5. Die Propaganda soll die arabische Bevölkerung dahingehend
beeinflussen, in den Kurden eine Gefahr zu sehen und gegen sie Stellung
zu nehmen.

6. Die kurdischen Scheichs, religiöse Würdenträger, sollen ihrer Ämter
beraubt werden; an ihre Stelle sollen arabische Geistliche treten.

7. Die Kurden sollen mit Hilfe von Verrätern gegeneinander aufgehetzt
werden.

8. Die Mitglieder des arabischen Stammes der Schammar, deren
Siedlungsraum dem Wohngebiet der Kurden benachbart ist, sollen auf
kurdischem Gebiet angesiedelt werden, um die Kurden zu bespitzeln.

9. Das kurdische Gebiet soll vom Militär kontrolliert werden. Die Armee
hat die Aufgabe, die Kurden zu vertreiben und den Arabern bei der
Besiedlung dieser Landstriche behilflich zu sein.

10. Es sollen – nach dem Beispiel der Israelis in Palästina– gut
bewaffnete arabische Wehrdörfer errichtet werden.

11. Die Kurden sollen sowohl das aktive als auch das passive Wahlrecht
verlieren.

12. Wer kein reinrassiger Araber ist, verliert die syrische
Staatsangehörigkeit.

* Wir bitten alle Persönlichkeiten der Weltpolitik, Organisationen und
Menschenrechtskomitees sich für die demokratischen Forderungen des
kurdischen Volkes in Syrien einzusetzen.

* Schluss mit der rassistischen Volkszählung und Ausbürgerung der
Kurden in Syrien.

* Freiheit für das kurdische Volk in Syrien, für das Recht auf
nationale Identität und Kultur.

* Demokratie für Syrien, für ein pluralistisches, freiheitlich-
demokratisches Staatssystem

* Freiheiten zur Gründung politischer Parteien und für eine
demokratische Verfassung in Syrien

26.05.2004

Demokratische Partei Kurdistan-Syrien (KDP-S)


Quelle: KOALITION DEMOKRATISCHES SYRIEN, So 30.05.2004 13:49

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Re: Syrien: Wo bleiben die Demokraten und die Menschenrechtler?

von Maurice Merlin » Montag, 31. Mai 2004







Das muss XXXX@XXXXX.COM heißen. Sorry.

Gruß, Maurice






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