[FYI] Palästina

von Heiner Simonsen » Samstag, 9. Oktober 2004



Freitag, 8. Oktober 2004, 23:30 - 00:28

WDR-dok: Offene Wunde Palästina (nicht über Satellit)
Film von Annette von Wangenheim
Redaktion: Beate Schlanstein

Palästinenser bilden weltweit die größte Gruppe politischer Flüchtlinge
- und sie sind es mit am längsten. Mit der Gründung des Staates Israel
im Jahr 1948 verloren sie alles: ihren Besitz, ihre Heimat und ihre
nationale Identität. 1967 wurden noch einmal durch die Besetzung der
Westbank, des Gaza-Streifens und der Golanhöhen Tausende aus ihrer
Heimat vertrieben. Mehr als drei Viertel aller Palästinenser leben
heute über alle Kontinente verstreut - staatenlos, ohne politische
Rechte oder wirksamen internationalen Schutz. Allein Syrien beherbergt
über 420.000 Flüchtlinge aus Palästina, rund 6 Millionen sind es
inzwischen weltweit.

Allzu häufig verhindern die vielen erschütternden Gewaltbilder des
aktuellen Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern einen
vertiefenden Blick auf die wirkliche Problematik. Der Film "Offene
Wunde Palästina" dagegen nähert sich dem Thema aus einer hierzulande
wenig bekannten Perspektive: er schildert den Flüchtlingsalltag in der
Diaspora.

Schauplatz des Films sind zwei Lager bei Damaskus: das eher ländliche
Quabr Essit und Yarmouk, die inoffizielle Hauptstadt der Palästinenser
in Syrien. Im syrischen Exil herrscht äußere Sicherheit, der Alltag
wirkt geordnet. Friedliche Bilder eines relativen Wohlstandes zeigen,
dass die Flüchtlinge sich in der Fremde eine neue Existenz aufbauen
konnten. Doch das ist nur der äußere Anschein. Von einem normalen Leben
sind die Menschen, die überwiegend schon in der zweiten und dritten
Generation Flüchtlinge sind, weit entfernt.

Annette von Wangenheims Dokumentation "Offene Wunde Palästina" handelt
von den Verletzungen unter der Oberfläche, lenkt den Blick auf Gefühle
und Gedanken der Vertriebenen. Palästinenser unterschiedlicher
Generationen beschreiben, was sie am meisten schmerzt: das Fehlen der
nationalen Identität, des eigenen Staates, sämtlicher politischen
Rechte, der Bewegungsfreiheit und der Selbstbestimmung. Der Film zeigt
eine von der Politik erzwungene menschliche Tragödie auf, die täglich
Hunderttausende, weltweit mehrere Millionen Menschen betrifft. Sie
ereignet sich im Stillen, hinter den Kulissen, jenseits der
Kriegsschauplätze Gaza, Westbank oder Israel. Die Vergangenheit, die
verlorene Heimat, ist in den Familien sehr lebendig - die Zukunft für
die Kinder soll besser werden. Deshalb richten viele der
Exil-Palästinenser große Hoffnungen auf die Weltöffentlichkeit - mit
ihrem Wunsch nach Frieden und nach einer demokratischen Lösung der
Palästinafrage.

Redaktion: Beate Schlanstein

[Xpost: dspm; dspt]
[F'up2: dspm]

Gruß
Heiner
--
SPAM-FAQ: http://www.usenet-abc.de/tol/spam.htm
Einführung Internet & Co.: http://www.bsi-fuer-buerger.de/
Outlook Express FAQ: http://oe-faq.de/ http://patch-info.de/
MS Germany Support: http://support.microsoft.com/default.aspx



If you have any questions, you can contact us: admin#mofeel.net     Spam Report