Irak/USA: Zahlreiche Zivilisten getoetet // Krieg ohne Grenzen // Die Hunde des Krieges // Das Oel, der Dollar, die USA und der Iran

von G.Lange » Donnerstag, 25. November 2004



* Das Öl, der Dollar, die USA und der Iran
* Zahlreiche Zivilisten getötet
* Witnesses say US forces killed unarmed civilians
* Bushs »Pilgerväter« starten neue Offensive
Irak: Besatzungstruppen gehen jetzt auch südlich
von Bagdad gegen Widerstandsgruppen vor
* US Launches Massive Offensive on Baghdad
* US-led troops raid villages near Baghdad
* Krieg ohne Grenzen
* Die Hunde des Krieges
Abu Ghraib, Krajina, Kosovo:
Söldnerfirmen erledigen Schmutzarbeiten für das Pentagon
* Versöhnung unter Besatzerstiefeln?
Irak-Konferenz: Ausländische Truppen bleiben.
Allawi-Regierung macht Stimmung gegen Saddam
* The Egyptian Committee against Colonialism and Zionism
The Sharm ash-Shaykh Conference to support the US
occupation of Iraq
* Al-Zarqawi: Iraq conference a "farce"
* Mosque Killings "Unforgiving for all of Us": US Reporter
* US-led forces in huge offensive near Baghdad
* Fallujah in Pictures
http://fallujapictures.blogspot.com/



Das Öl, der Dollar, die USA und der Iran

23.11.2004

Trotz eines riesigen - und immer weiter steigenden - Handelsbilanz-
defizits der USA - allein im August dieses Jahres betrug es nach
offiziellen Angaben 54 Milliarden US-Dollar - ist der Kurs des US-
Dollars bisher nicht in dem dadurch zu erwartenden Maße abgesackt.
http://www.dekabank.de/globaldownload/de/economics/vowi_aktuell_usa/
VA_04-08-13_USA_Handel_Konsumklima.pdf
http://www.census.gov/indicator/www/ustrade.html
http://isht.comdirect.de/html/detail/main.html?hist=5y&sSym=DUSDEUR.
TGT&ind0=VOLUME&lSyms=DUSDEUR.TGT&sCat=CUR&sTab=chart

Obwohl die US-Wirtschaft also in diesem Jahr einen geschätzten
Verlust im Außenhandel von fast einer dreiviertel Billion US-Dollar
erleiden wird, ist das Ausland nach wie vor bereit, diese Ausgaben
durch Kredite - beziehungsweise "Investitionen" - zu finanzieren.
http://www.boersenschule24.de/bs24/artikel/dev_trader_17.htm

Dieses Vertrauen beruht dabei vor allem auf zwei Säulen. Einerseits
der Tatsache, daß die USA seit jeher eine unbedingte Bereitschaft
gezeigt haben, die "eigenen Interessen" mit Gewalt zu vertreten und
dabei auf die derzeit größte Militärmacht der Welt zurückgreifen
können. Andererseits aber auch, daß der internationale Ölhandel
nach wie vor fast ausschließlich in US-Dollar abgerechnet wird, der
Bedarf an dieser Währung also hoch ist.

Die erstgenannte Grundlage dieses Vertrauens in den US-Dollar steht
aber auf immer wackligeren Beinen.

Zahlreiche ölexportierende Länder denken mehr oder weniger ernsthaft
darüber nach, ihre Ölexporte in Zukunft statt in US-Dollar in Euro
abzurechnen.

Vorreiter dieser Entwicklung war der Irak unter Saddam Hussein. Ende
des Jahres 2000 war die Abrechnung der irakischen Ölexporte auf Euro
umgestellt worden. Dies wurde nach der Eroberung des Iraks durch die
USA wieder rückgängig gemacht.
http://www.rferl.org/features/2000/11/01112000160846.asp

Ende 2002 wechselte dann auch Nordkorea vom US-Dollar zum Euro.
http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/asia-pacific/2531833.stm

Auch Venezuela denkt seit längerem darüber nach, zum Euro überzu-
gehen.
http://www.vheadline.com/readnews.asp?id=8613

Auch Rußland hat sich schon dahingehend geäußert. So veröffent-
lichte die Moscow Times im Oktober vergangenen Jahres einen
Artikel (kostenpflichtiger Archivzugang notwendig) mit dem Titel
"Putin: Why Not Price Oil in Euros?" ("Putin: Warum Öl nicht in
Euro abrechnen?").

Im Oktober wurde nun auch im norwegischen Parlament der Vorschlag
eingebracht, angesichts des sinkenden Dollar-Kurses Öl in Zukunft
in Euro zu handeln.
http://www.norwaypost.no/content.asp?cluster_id=26467&folder_id=6

Im vergangenen Jahr hat der Iran begonnen, die Bezahlung von - in
US-Dollar ausgestellten - Rechnungen für Öllieferungen in Euro zu
fordern. Zuvor hatte das Land bereits den überwiegenden Teil seiner
Währungsreserven in Euro umgestellt, eine Entwicklung, die auch in
Rußland begonnen hat.
http://www.thehindubusinessline.com/bline/2003/06/17/stories/
2003061702380500.htm
http://www.cdi.org/russia/johnson/7214-3.cfm

Der schwerste Schlag für den US-Dollar und damit die USA steht
allerdings noch bevor. Im kommenden Jahr oder spätestens 2006
soll im Iran eine eigene Börse für den Ölhandel auf Basis des
Euro eröffnet werden.
http://www.guardian.co.uk/business/story/0,3604,1239644,00.html

Allein der Handel des iranischen Öls - das auf 10 Prozent der
weltweiten Vorräte geschätzt wird - über diese Börse dürfte
sie ausreichend interessant machen, so daß weitere Länder ihre
Geschäfte dort abwickeln. Hierdurch könnte eine Kettenreaktion
ausgelöst werden, die zu einer fast vollständigen Abwendung
vom US-Dollar für den Ölhandel führen könnte.

Offensichtlich wird der Iran auch von der US-Regierung als Bedrohung
angesehen und über einen Angriff intensiv nachgedacht. Daß bei
der politischen Vorbereitung dieses Angriffs die gleiche Strategie
benutzt wird, wie dies schon beim Irak der Fall war, ist sicherlich
bemerkenswert. Tatsächlich aber funktioniert die Angst vor vermeint-
lichen Massenvernichtungswaffen auch in diesem Fall.
http://www.freace.de/artikel/200407/170704b.html
http://www.msnbc.msn.com/id/6039135/site/newsweek/

Einen weiteren überdeutlichen Beleg für die Angriffspläne der USA
gegen den Iran erhielt der deutsche Politiker Oliver Schruoffeneger
im vergangenen Monat bei einem Besuch in den USA aus erster Hand
bei einem Gespräch im US-Außenministerium.
http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/25.10.2004/1440150.asp

Der für Deutschland zuständige Abteilungsleiter und die Chefin des
Planungsstabes haben ihm dabei unumwunden mitgeteilt, daß der Iran
das nächste Ziel sei. Außerdem vermuteten sie, daß nach den mittler-
weile entschiedenen US-Präsidentschaftswahlen der US-Außenminister
Colin Powell sein Amt verlieren würde - was bereits eingetreten ist.

"Die sind wild entschlossen, da genauso wie im Irak vorzugehen, und
machen auch kein Hehl daraus, dass sie es für sinnlos halten, darüber
mit den Europäern überhaupt nur zu reden", so Schruoffeneger.

http://www.freace.de/artikel/200411/231104b.html

* * *

Zahlreiche Zivilisten getötet

24.11.2004

Ein Artikel des britischen Independent vom Mittwoch belegt aufgrund
von Augenzeugenberichten ein weiteres Mal, daß zahlreiche Zivilisten
bei der US-geführten Großoffensive gegen die irakische Stadt
Fallujah von US-Soldaten getötet worden sind.
http://news.independent.co.uk/world/middle_east/story.jsp?story=586045

Während das US-Militär weiterhin behauptet, die Zahlen über durch
das US-Bombardement der Stadt getötete Zivilisten seien weit über-
trieben und diese Anschuldigungen als von Sympathisanten verbreitete
Desinformation bezeichnet, passen diese Aussagen aber lückenlos zu
vorangegangenen Berichten von Augenzeugen.

Gegenüber dem Independent berichteten die Augenzeugen, daß es neben
zahlreichen Toten durch das Bombardement der Stadt auch zu vielen
durch Scharfschützen getöteten Zivilisten, darunter Frauen und
Kinder, gekommen ist. Demnach wurden alle in der Stadt verbliebenen
Zivilisten als vermutlich am Widerstand beteiligt angesehen. Es
ist angesichts des anhaltenden Widerstands in der Stadt nur wenig
wahrscheinlich, daß sich dies mittlerweile geändert hat.

Dr. Ali Abbas, der vor vier Tagen aus Fallujah in Baghdad ankam,
berichtete, daß die Klinik, in der er arbeitete, trotz anders-
lautender Zusicherungen des US-Militärs bombardiert worden ist.

"Wir hatten fünf Menschen in Behandlung und sie wurden getötet. Wir
wissen nicht, warum die Klinik getroffen wurde. Unsere Kollegen vom
städtischen Krankenhaus von Fallujah, das weiter außerhalb liegt,
hatten mit Amerikanern gesprochen und uns gesagt, daß sie uns nicht
angreifen würden", so Abbas.

"Danach gingen ich und andere Mitarbeiter wenn möglich von Haus zu
Haus, um Menschen zu helfen, der verletzt worden waren. Viele von
ihnen starben vor unseren Augen, weil wir weder die Medikamente noch
die Geräte hatten, um Operationen durchzuführen. Wir nahmen Kontakt
zu den Ärzten im Krankenhaus von Fallujah auf und sagten ihnen, wie
schlecht die Lage war. Wir baten sie, die schwerer Verletzten zu
evakuieren und Medikamente und mehr Ärzte zu schicken. Sie versuchten
dies, aber die Amerikaner hinderten sie daran", sagte er.

"Eines der Dinge, die uns am meisten auffielen, war die Zahl der
durch amerikanische Scharfschützen getötete Menschen. Es waren
nicht nur Männer, sondern auch Frauen und Kinder. Das jüngste,
das ich gesehen habe, war ein vier Jahre alter Junge. Fast
allen diesen Menschen war in den Kopf, die Brust oder den Nacken
geschossen worden", berichtete der Arzt.

Die Familie des 33 Jahre alten Aziz Radhi Tellaib wurde bereits
vor dem Beginn der Offensive getötet. Sie waren auf dem Weg in
die nahegelegene Stadt Ramadi, als ihr Auto während einer Kontrolle
beschossen wurde und in einen Nebenarm des Euphrats stürzte.

Nur er selbst überlebte verletzt. Seine 26 Jahre alte Frau Ahlam,
sein siebenjähriger Sohn Omar, sein drei Jahre alter Sohn Barat,
seine Tochter Zainab, seine 26-jährige Nichte Rokyab, ihr drei-
jähriger Sohn Fadhi und ihre drei Monate alte Tochter Farah
starben.

"Wir wurden in einer Autokolonne von einigen Humvees, die uns
überholt hatten, angehalten. Ein Soldat winkte uns vorwärts,
aber als ich losfuhr feuerte ein anderer Humvee. Ich wurde
seitlich am Kopf getroffen und meine Frau und mein älterer Sohn
wurden in der Brust getroffen. Ich glaube, sie sind da gestorben.
Vor meinen Augen war überall Blut. Ich verlor die Kontrolle
über das Auto, das in den Fluß fiel. Ich schaffte es herauszu-
kommen und versuchte dann die anderen herauszuholen, aber ich
schaffte es nicht und das Auto versank. Die Amerikaner sagten
der Polizei, daß es alles ein Irrtum gewesen sei und daß ich
eine Entschädigung bekommen könne. Aber was ist mit meiner
Familie? Mein Leben ist vorbei. Sie hätten mich ebensogut auch
töten können", sagte er.

Auch der 46 Jahre alte Lehrer Rahim Abdullah berichtete, daß jeder
in den Straßen von den US-Soldaten als Feind angesehen wurde. "Ich
versuchte, zum Haus meines Onkels zu gelangen und schwenkte ein
Stück weißen Stoff, wie es uns gesagt worden war, als sie begannen,
auf mich zu schießen. Ich sah, wie zwei Männer erschossen wurden.
Sie waren nur einfache Leute. Die einzige Möglichkeit am Leben zu
bleiben war, im Haus zu bleiben und zu hoffen, daß es nicht von
einer Granate getroffen wird", so der Lehrer.

http://www.freace.de/artikel/200411/241104a.html

* * *

Witnesses say US forces killed unarmed civilians

By Kim Sengupta in Baghdad
24 November 2004

Allegations of widespread abuse by US forces in Fallujah, including
the killing of unarmed civilians and the targeting of a hospital in
an attack, have been made by people who have escaped from the city.

They said, in interviews with The Independent, that as well as deaths
from bombs and artillery shells, a large number of people including
children were killed by American snipers. US forces refused repeated
calls for medical aid for injured civilians, they said.

Some of the killings took place in the build-up to the assault on
the rebel stronghold, and at least in one case - that of the death
of a family of seven, including a three-month baby - the American
authorities have admitted responsibility and offered compensation.

The refugees from Fallujah describe a situation of extreme violence
in which remaining civilians in the city, who have been told by the
Americans to leave, appeared to have been seen as complicit in the
insurgency. Men of military age were particularly vulnerable. But
there are accounts of children as young as four, and women and old
men being killed.

The American authorities have accused militant sympathisers of
spreading disinformation, and have also claimed that people in
Fallujah have exaggerated the number of casualties and the level
of damage in the air campaign that preceded the assault.

The US military, which is inquiring into last week's shooting of an
injured Iraqi fighter in Fallujah by a US marine, has said that any
claims of abuse will be investigated. They also maintain that the
dead and injured civilians may have been victims of insurgents.

The claims of abuse and killings, from different sources, appear,
however, to follow a consistent pattern. Dr Ali Abbas, who arrived
in Baghdad from Fallujah four days ago, worked at a clinic in the
city which was bombed by the Americans. He said that at least five
patients were killed.

The doctor said that the attack took place despite assurances from
American officers that they were aware of its location and would
ensure that it was spared military action.

Dr Abbas, 28, said: "We had five people under treatment and they
were killed. We do not know why the clinic was hit. Our colleagues
from the Fallujah General Hospital, which was further out in the
city, had talked to the Americans and had told us that they would
avoid attacking us.

"Afterwards myself and other members of staff went from house to
house when we could to help people who had been hurt. Many of them
died in front of us because we did not have the medicine or the
facilities to carry out operations. We contacted the doctors at
the Fallujah hospital and said how bad the situation was. We wanted
them to evacuate the more badly injured and send drugs and more
doctors. They tried to do that, but they said the Americans stopped
them.

"One of things we noticed the most were the numbers of people killed
by American snipers. They were not just men but women and some
children as well. The youngest one I saw was a four-year-old boy.
Almost all these people had been shot in the head, chest or neck."

The family of Aziz Radhi Tellaib were killed before the battle for
Fallujah began. He had been driving them to Ramadi to visit relations
when the car was hit by fire from an American Humvee and careered
into a tributary of the Euphrates.

Mr Tellaib freed himself but could not save the rest of the family.
Those who died included Mr Tellaib's wife Ahlam, 26; his sons Omar,
seven, and Barat, three, and his daughter Zainab. Also killed were
his niece Rokyab, 26, her three-year-old son Fadhi, and three-month-
old daughter Farah.

Mr Tellaib, 33, a merchant, said: "We were stopped, in a line of
cars, by some Humvees which had overtaken us. One soldier waved
us forward, but as I drove up there was firing from another Humvee.
I was shot in the side of the head, and my wife and elder son were
shot in the chest. I think they must have died then. There was
blood all over my eyes. I lost control of the car which fell into
the river. I managed to get out, and then tried to get the others
out, but I could not and the car sank.

"The Americans told the police that it was all a mistake, and I
could get compensation. But what about my family? My life has gone.
They might as well have killed me as well."

Rahim Abdullah, 46, a teacher, said that anyone in the street was
regarded by the Americans as the enemy. "I was trying to get to my
uncle's house, waving a piece of white cloth as we had been advised
when they started shooting at me. I saw two men being shot. They
were just ordinary people. The only way to stay alive was to stay
inside and hope your house did not get hit by a shell."

24 November 2004 14:05

© 2004 Independent Digital (UK) Ltd
http://news.independent.co.uk/world/middle_east/story.jsp?story=586045

* * *

Bushs »Pilgerväter« starten neue Offensive
Irak: Besatzungstruppen gehen jetzt auch südlich
von Bagdad gegen Widerstandsgruppen vor

Rüdiger Göbel

Während die Kämpfe im Rahmen der Operation »Morgendämmerung« andauern
und die ungeborgenen Leichen auf den Straßen Falludschas verwesen,
haben die US-geführten Besatzungstruppen in der Provinz Babil südlich
von Bagdad eine weitere Großoffensive gestartet. An der Operation
»Plymouth Rock« - benannt nach einem amerikanischen Pilgermythos -
sind nach US-Militärangaben 5000 Soldaten beteiligt, neben Ameri-
kanern auch Briten und irakische Kollaborateure. Man sei »entschlos-
sen, diejenigen zu fangen oder zu töten, die den Wahlprozeß stören
wollen«, erklärte das US-Militär am Dienstag in der irakischen
Hauptstadt zum Auftakt des neuen Feldzuges. Nach Angaben des ara-
bischen TV-Senders Al Dschasira wurden bis Mittwoch insgesamt rund
70 mutmaßliche Widerstandskämpfer verhaftet. Über Tote und Verletzte
bei der Offensive im sogenannten Todesdreieck wurde noch nichts
bekannt. Auch in den nordirakischen Städten Mosul und Kirkuk dauerten
gestern die Kämpfe zwischen Besatzungsgegnern und Okkupationstruppen
an. US-Präsident George W. Bush will bis zur Wahlfarce am 30. Januar
2005 im Irak jeden Widerstand niederschlagen lassen.

Mit dem Namen der Operation in der Provinz Babil erinnert die US-
Armee an die europäische Kolonisation Nordamerikas: Der »Plymouth
Rock« wurde im »Gedenken an den ersten Schritt aus der Alten Welt
in die Neue Welt« errichtet. 1620 sind hier die ersten Engländer,
sogenannte Pilgerväter, von der »Mayflower« von Bord gegangen.

Die Einwohner Falludschas warten unterdessen auch zwei Wochen nach
Beginn der US-Großoffensive vergeblich auf Hilfslieferungen. Kurz
vor der Stadt wurde am Dienstag ein weiterer Konvoi des Roten Halb-
mondes von der US-Armee gestoppt. Aus »Sicherheitsgründen« hätten
die Mitarbeiter der Hilfsorganisation umkehren müssen, ohne daß sie
den eingeschlossenen Irakern direkt hätten helfen können, teilte
ein Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Genf
mit. Die US-Armee erklärte dagegen, eine Delegation habe eine
Rettungsstelle besuchen dürfen, wo über die Bergung von Leichen
gesprochen worden sei. Nach Angaben des US-Militärs wurden bei den
Kämpfen mindestens 1200 Aufständische getötet. Ein Vertreter des
Roten Kreuzes in Bagdad war in der vergangenen Woche unterdessen
davon ausgegangen, daß weitaus weniger Widerstandskämpfer ums Leben
gekommen sind, statt dessen aber mehr als 800 Zivilisten getötet
wurden.

junge Welt vom 25.11.2004
http://www.jungewelt.de/2004/11-25/005.php

* * *

US Launches Massive Offensive on Baghdad

BAGHDAD, November 24 (IslamOnline.net & News Agencies) - US-led
occupation troops took Tuesday night, November 23, their offensive
from Fallujah to Baghdad with some 5,000 US marines, British troops
and Iraqi commandos launching full-scale raids into southern parts
of the capital.

Targeting an area dubbed as one of the "no-go" zones in Iraq and
"death triangle" for US-led occupation troops, the US-led offensive
"Operation Plymouth Rock", is targeting cities of Latifiyah,
Mahmudiyah, Yusufiyah, Iskandariyah, Haswah and Musayyib, reported
Agence France-Presse (AFP).

"The operation... an intensification of what we've been doing for
a few months now, will encompass our entire area," Captain David
Nevers from the 24th Marine Expeditionary Unit told AFP.

"It will not involve a massive sweep across the province but a
multitude of precision raids that will home in on high-interest
targets," Nevers said.

Tuesday's raids focused on villages north of Hilla but the massive
occupation force looked set to make its way northwards, according
to an AFP pool reporter.

British Support

Britain's 1st Battalion of the Black Watch Regiment, which was
brought to the area from the southern city of Basra to aid US
forces, was also involved in the offensive.

They closed off routes between Baghdad, Babil province to the
south and Anbar province to the west, the Associated Press reported.

Resistance fighters fired two rockets late Tuesday at the British
camp, about 25 miles southwest of Baghdad, but caused no damage or
casualties, British officials said.

"We believe some fighters from Fallujah skirted away and came down
to our area to, among other reasons, take a little bit of pressure
off of Fallujah," said Capt. David Nevers, a spokesman for the 24th
Marine Expeditionary Unit.

The onslaught is part of US-led incursions on Iraq's resistance
hubs ahead of January elections.

It came as US and Iraqi troops were winding down their largest post-
war operation in the western city of Fallujah, which killed up to
1000 Iraqis and displaced thousands others.

The Fallujah assault came at a heave price for the US troops with at
least 54 killed and up to 425 others injured.

The Pentagon said Tuesday that since the Fallujah offensive began
November 8, some 850 US servicemembers have been wounded throughout
Iraq, bringing the total for the entire invasion-turned-occupation
over 9,000.

The northern city of Mosul now braces itself for a looming US
onslaught with its residents being scared off by fear and panic
from schools and places of work despite reassuring calls from
Iraqi officials.

An international conference on Iraq closed Tuesday in the Egyptian
Red Sea resort city of Sharm el-Sheikh with more words and little
action as the summiteers failed short of setting up a timetable for
the pullout of the US-led occupation troops.

http://www.islamonline.net/English/News/2004-11/24/article01.shtml

* * *

US-led troops raid villages near Baghdad

Thousands of US-led troops are conducting a campaign of raids
on towns and villages south of Baghdad, the US military said
on Wednesday.

Unlike this month's storming of Falluja, west of the capital,
there has been relatively little combat since the offensive
began on Tuesday, but rather a series of raids on resistance
strongholds.

In Washington, Defence Secretary Donald Rumsfeld said the United
States would add an unspecified number of troops to its forces
in Iraq and beef up Iraqi forces ahead of the 30 January vote.

Some 5000 American, British and Iraqi forces took part in
Operation Plymouth Rock that began with raids on villages
north of the city of Hilla, the capital of the province of
Babil (Babylon), the US military said.

The forces looked set to make their way north to areas blocking
access to the capital.

Towns such as Latifiya, Yusufiya, Mahmudiya and Iskandriya lie
inside the area where anti-US fighters have carried out strings
of attacks in recent months.

The operation comes hot on the heels of a massive assault on
Falluja, the largest since last year's US-led invasion.

Falluja assault

Falluja had been under Iraqi resistance control since April and
its recapture was seen as essential to organising the promised
US-sponsored January elections.

Most of Falluja's 300,000 inhabitants had fled the city before
the assault began on 8 November, but fighting is still going on
and humanitarian needs inside the city remain unknown.

An Iraqi Red Crescent team set off from Baghdad for Falluja
but it was unclear how much access it would be granted to the
devastated city.

Iraq is, meanwhile, pressing ahead with preparations for the
elections.

More than 200 Iraqi political parties have been approved for
participation in the polls, electoral commission chief Abd al-
Husayn al-Hindawi said.

With the deadline for presenting full electoral lists only a
week away, parties and organisations were in the final stages
of discussions to form alliances before the official launch
of the campaign on 15 December.

In January, Iraqis are set to elect 275 deputies to a national
assembly, as well as 51 members of the Baghdad provincial council
and 41 members for each of 17 other regional councils.

Clashes continue

Late on Tuesday, fighters opened fire on Iraqi national guard
soldiers in the northern city of Kirkuk, killing one guardsman
and a civilian, the US military said.

In a statement, the military said national guard soldiers had
stopped to help the civilian with his car when the assailants
drove past and fired at them. One guardsman was also wounded.

While in northern Iraq, fighters ambushed a convoy of Kurdish
militiamen as they travelled to Mosul on Wednesday, killing
three of them and wounding nine others, hospital sources in
the nearby town of Arbil said.

Mosul, 390km north of Baghdad, erupted in violence earlier this
month as US forces fought Iraqis in Falluja.

Over the past week, at least 20 bodies of Iraqi police, national
guardsmen and Kurdish militiamen have been found in Mosul.

The group led by Abu Musab al-Zarqawi, Washington's top foe in
Iraq, has allegedly claimed responsibility for killing them.

In another incident, a bomber detonated his car near a US convoy
near Baghdad airport on Wednesday, but only the man was killed
and no troops were wounded, police at the scene said.

Aljazeera + Agencies
Wednesday 24 November 2004 11:17 AM GMT

You can find this article at:
http://english.aljazeera.net/NR/exeres/D7B93BF4-D5AB-4674-9B58-
345DC8E8F655.htm

* * *

Krieg ohne Grenzen

24.11.2004

"Ist es für die USA an der Zeit zuzugeben, daß die Genfer
Konventionen in den derzeitigen Konflikten im Irak und in
Afghanistan und hinsichtlich internationaler Terroristen
nicht angewendet werden können und sollten? Es mag sich wie
humanitäre Ketzerei gegenüber dem langjährigen Übereinkommen,
das Gefangenen eine menschliche Behandlung sichert, anhören.

Ja, diese Übereinkommen wurden geschaffen, um unsere eigenen jungen
Männer und Frauen zu schützen. Also warum sollten wir es in Betracht
ziehen, Übereinkommen zu ignorieren, die von praktisch jedem Staat
der Welt unterzeichnet worden sind? Nun, ich spreche nicht davon,
sie zu ignorieren. Diese Übereinkommen wurden geschaffen, um für
STAATEN zu gelten, die sich im Krieg befinden. Im Irak kämpfen
wir gegen Stämme, Terroristen und Sekten - nicht einen Staat. Die
offiziellen irakischen und afghanischen Regierungen sind schon
lange fort. Diese neuen Feinde werden Gefangene niemals menschlich
aufgrund eines Übereinkommens behandeln, noch werden sie für
dessen Verletzungen zur Verantwortung gezogen.

Die Regierung hat öffentlich erklärt, daß die Konventionen immer
noch für den Konflikt im Irak gelten, obwohl geheime rechtliche
Standpunkte, die Ausnahmen nahelegen, an die Öffentlichkeit gelangt
sind. Diese Regierungsanwälte haben recht, wenn sie nahelegen,
daß es (zumindest) Ausnahmen gibt. Wir nennen die Gefangenen in
Guantánamo Bay bereits "feindliche Kämpfer" anstatt "Kriegsge-
fangene", die durch die Genfer Konventionen geschützt sind, eine
Unterscheidung, die ich unterstütze, obwohl ich es für grundlegend
halte, daß Kämpfer gerechte und vollständige Anhörungen erhalten.

Wie wendet man das Konzept der Kriegsgefangenen auf Selbstmordkämpfer
an, die keine eindeutigen Vorgesetzten haben, die die Verantwortung
für jegliche Handlungen ihrer "Soldaten" tragen? Wenn wir gegen einen
Staat kämpfen sollten die Konventionen gelten. Wenn wir gegen die
irakische Armee kämpfen und ihre Soldaten gefangennehmen, hätten wir
den Regeln der Konventionen gehorchen sollen. Der Gefängnisskandal
von Abu Ghurayb war mehr als eine Verletzung der Genfer Konventionen.
Es war eine Greueltat.

Aber wenn der Feind nur durch einen Anlaß vereinte Individuen - Haß
auf die USA - ist, bringt uns das nicht ins Hintertreffen, den Regeln
des bewaffneten Konflikts zu gehorchen wenn sie es nicht tun? Unsere
Strategien werden von der Welt genau überprüft und kritisiert,
während ihre Enthauptungen und Verstümmelungen es kaum überhaupt
wert sind, kommentiert zu werden, weil jeder weiß, daß es ihnen egal
ist, wie unmenschlich sie sind.

Statt mit der internationalen Gemeinschaft über Definitionen und
Standards herumzustreiten ist es vielleicht an der Zeit, offen zu
sagen, daß Genf nicht diese Art der Kriegführung vorausgesehen hat,
Punkt."

Die persönliche Meinung wurde am 19. November 2004 - also zu einem
Zeitpunkt, da schon zahlreiche Kriegsverbrechen der USA bei der
Großoffensive gegen die irakische Stadt Fallujah einschließlich
der Ermordung mehrerer verletzter Gefangener bekannt waren - ver-
öffentlicht.

Bei dem Autor handelt es sich mit Dan Abrams allerdings nicht
einfach um einen Angehörigen des US-Militärs oder ein unbekanntes
Mitglied des extrem rechten Flügels der Republikanischen Partei,
sondern um einen einflußreichen Journalisten.

Abrams ist Moderator der Fernsehsendung "Abrams Report" des
US-Senders MSNBC und wird auch als "leitender Korrespondent
für Justiz" bezeichnet. Dementsprechend berichtet er auf
diesem Gebiet auch für andere Sendungen von MSNBC.

Damit gewinnt dieses eindringliche Plädoyer an das US-Militär,
die Genfer Konventionen bei der Fortführung der Besatzung des
Iraks und Afghanistans die Genfer Konventionen doch zumindest
in Zukunft zu ignorieren, erheblich an Gewicht, da davon aus-
zugehen ist, daß diese Sichtweise einerseits auch Eingang in
seine Berichterstattung findet, andererseits aber auch die
Sichtweise des Senders widerspiegelt.

Schon die erste Behauptung Abrams', daß die Genfer Konventionen
geschaffen seien, "um unsere eigenen jungen Männer und Frauen
zu schützen" kann bestenfalls als ignorant bezeichnet werden,
tatsächlich scheint hier der Begriff zynisch allerdings deut-
lich angebrachter. In Wahrheit wurden kam die internationale
Gemeinschaft angesichts der Greuel des 2. Weltkriegs zu dieser
Übereinkunft, die alle von einem Krieg betroffenen Menschen
schützen soll.

Insbesondere der Kampf gegen eine Besatzungsmacht wird vom
Artikel I des Zusatzprotokolls von 1977 eindeutig ebenfalls
als unter den Schutz der Genfer Konventionen fallend genannt.

Abrams' Versuch, einen anderen Bruch des Völkerrechts, die
Einstufung der Gefangenen von Guantánamo als "feindliche
Kämpfer", als Grundlage für eine weitere Verletzung zu
benutzen mag zwar rhetorisch "den Versuch wert sein", aber
sicherlich nicht als Argument gelten.

Spätestens, wenn Abrams beklagt, daß die irakischen Widerstands-
kämpfer bereit sind, für ihre Sache zu sterben und daß die
Einhaltung der Genfer Konventionen die US-Soldaten "benachteiligen"
würde, zeigt er seine wirkliche Wahrnehmung der Genfer Konventionen.
Diese sind offensichtlich seiner Ansicht nach nur so lange von
Nutzen, wie sie einen Vorteil für die eigene Seite bieten. Den
Grundgedanken einer "humanitären Kriegführung" - so widersinnig
dieses Konzept letztlich auch immer sein mag - ignoriert er
vollständig.
http://www.freace.de/artikel/200411/241104b.html

* * *

Die Hunde des Krieges
Abu Ghraib, Krajina, Kosovo:
Söldnerfirmen erledigen Schmutzarbeiten für das Pentagon

Jürgen Elsässer

Privatisierung, Outsorcing, Lean Production - die Schlagworte der
neoliberalen Wirtschaft machen auch vor dem US-Militär nicht halt.
Immer mehr Aufträge werden an ausgelagerte Fremdfirmen vergeben -
das spart Geld. Während des ersten Golfkrieges 1991 war einer von
fünfzig eingesetzten US-Amerikanern bei einer privaten Söldnerfirma
angestellt, beim US-Einsatz im Rahmen der Bosnien-Stabilisierungs-
truppe ab 1996 bereits jeder zehnte. (New York Times, 14.10.2002)
Niemand kennt den Umfang dieses geheimen Militärgeschäfts genau,
und auch die einzelnen Unternehmen lassen sich ungern in die Karten
schauen, was viele im weiteren genannte Zahlen unter Vorbehalt
stellt. Kenner beziffern jedenfalls des Volumen der Aufträge allein
des Pentagon an zwölf Privatfirmen auf mehr als 300 Milliarden
US-Dollar.

--------------------
Folter-Eldorado Irak
--------------------

Im Unterschied zu den klassischen Söldnern, die etwa in dem Film
»Die Wildgänse kommen« verherrlicht wurden, verrichten ihre post-
modernen Nachfolger ihre Arbeit zumeist nicht an der Front, sondern
stellen sich ihren Kunden als militärische Planer, als Informations-
beschaffer und als Ausbilder zur Verfügung. Während der Kampf-
handlungen sind sie in den militärischen Stäben vertreten und sorgen
später für die sogenannte Befriedung des Terrains. Dabei kann es
durchaus vorkommen, daß sie selbst töten und foltern, wie wir gleich
sehen werden.

»Der wichtigste Grund, warum wir Vertragsfirmen benutzen, liegt
darin, daß wir dann unsere eigenen Truppen nicht einsetzen müssen,
die sich voll aufs Kämpfen konzentrieren können«, sagt Colonel
Thomas Sweeney, Strategieprofessor am Army War College in Carlisle/
Pennsylvania. »Das ist billiger, denn man muß diese Firmen nur
bezahlen, wenn man sie nutzt.«

Mit Vertragsfirmen spart der Staat aber nicht nur Geld, sondern
kann auch leichter Schmutzarbeiten erledigen lassen. So können
Pentagon und CIA die nach der Iran-Contra-Affäre strenger
gewordenen Genehmigungsbestimmungen für verdeckte Operationen
umgehen. Privatsöldner sind - so die offizielle Lesart
Washingtons - weder der Jurisdiktion der US-Armee unterstellt
noch der im Stationierungsland. Für Straftaten können sie nur
belangt werden, wenn die US-Regierung ihre Auslieferung verlangt.
Die Konsequenzen dieser stark verminderten Haftung zeigten sich
im Irak, wo seit dem vergangenen Jahr rund 20000 private Sicher-
heitsleute beschäftigt sind. Dabei geht es um Personenschutz,
Sicherung von Ölfeldern und anderem Privatbesitz - und um Spezial-
aufträge der US-Armee. So arbeiteten im Folter-Gefängnis von Abu
Ghraib 37 solche »Contractors« (im Lager Guantánamo auf Kuba sind
es übrigens 30). Der offizielle Untersuchungsbericht der US-Armee
nennt vier Hauptverdächtige, die entweder direkt oder indirekt für
die Mißhandlungen in Abu Ghraib verantwortlich waren. Zwei dieser
Verhörspezialisten waren Angestellte der amerikanischen Firmen Caci
bzw. Titan. In Stellenanzeigen hatte Caci zuvor nach Spezialisten
für die Durchführung und Auswertung von Verhören im Irak gesucht,
wobei ein Angebot mit dem bezeichnenden Argument warb, der Kandidat
könne unter »minimaler Aufsicht« arbeiten. Caci führt seit einiger
Zeit auch Verhöre von Terrorverdächtigen in Bosnien und im Kosovo
durch.

Die derzeit beste Adresse unter den Privaten ist die Firma
Blackwater Security Consulting, von der sich auch der US-
amerikanische Irak-Gouverneur Paul Bremer bewachen ließ.
Das 1998 gegründete Unternehmen schloß im Herbst 2002 einen
Vertrag über 35,7 Millionen Dollar mit dem Pentagon ab, der
die Ausbildung von 10000 Matrosen in der Aufstandsbekämpfung -
in den Dokumenten vornehm als »force protection training«
umschrieben - vorsieht. Das Ganze läuft auf dem fünf Hektar
großen firmeneigenen Manövergelände in Moyock/North Carolina.
Unter ihren mehreren hundert Mitarbeitern im Irak befinden
sich mindestens 60 aus dem ehemaligen Folter-Staat Chile und
eine unbekannte Zahl von weißen Söldnern aus Südafrika.

Anfang April 2004, als Aufständische das Hauptquartier der
Besatzungsbehörden in Nadschaf belagerten, verteidigten acht
Mitarbeiter der Firma und eine Handvoll amerikanische Soldaten
das Gebäude. Ein von Blackwater zu Hilfe geschickter Helikopter
griff aus der Luft in die Kämpfe ein. Kurz zuvor waren vier
Blackwater-Leute in Falludscha gelyncht und ihre Leichen ver-
stümmelt worden. Die westliche Öffentlichkeit reagierte schockiert
auf die Bilder - die Mainstream-Medien hatten verschwiegen,
daß es sich bei den Opfern um Söldner handelte, und statt dessen
von zivilen Aufbauhelfern gesprochen. Infolge dieser beiden
Ereignisse schlossen sich alle Söldnerfirmen im Irak enger
zusammen, die Washington Post sprach von der »effektiv größten
Privatarmee der Welt, mit eigenem Rettungsdienst und eigenem
Geheimdienst«.

----------------------------
DynCorp und der Kosovo-Krieg
----------------------------

Zu diesem »Rising Corporate Military Monster« - so das Internet-
magazin Mother Jones über die Allianz der Privaten an Euphrat und
Tigris - gehört auch die Firma DynCorp, mit 20000 Beschäftigten
in mehr als 550 Filialen oder Einsatzgebieten und einem Jahres-
umsatz von 1,8 Milliarden US-Dollar zahlenmäßig die Nummer eins
im Geschäft. Schwerpunkt ihrer Subversionstätigkeit war zunächst
Kolumbien, wo die Firma laut Jane's Intelligence Review 1997 elf
Flugzeuge im Einsatz hatte, fünf weitere und Hubschrauber sollten
folgen. Angeblich ging es um die Bekämpfung der Kokainmafia. Laut
einem Zeitungsbericht verloren DynCorp und das assoziierte Unter-
nehmen EAST Inc. 1998 drei Flugzeuge in dem lateinamerikanischen
Land. Im Jahr 2003 wurde der Nahe Osten zum wichtigsten Einsatz-
gebiet von DynCorp - insgesamt etwa 1.000 seiner Leute sind dort
aktiv.

In Bosnien-Herzegowina half die Firma bei der sogenannten
Stabilisierung des Landes nach dem Dayton-Abkommen Ende 1995.
Zwei Mitarbeiter standen im Mittelpunkt eines Sexskandals -
sie kauften, verkauften und mißbrauchten Minderjährige als
Sexsklavinnen. Teilweise waren die Opfer erst 13 Jahre alt.
Die Täter wurden nie juristisch belangt, sondern von DynCorp
lediglich in die USA zurückgeflogen. Statt ihrer wurden die
beiden Mitarbeiter gefeuert, die das kriminelle Treiben ange-
zeigt hatten. Dem Unternehmen selbst hat die Sache nicht
geschadet: Die Firma wurde damit beauftragt, das US-amerikanische
Kontingent der Kosovo Verification Mission (KVM) im Herbst 1998
zusammenzustellen. Angeblich waren 150 von 200 US-Beobachtern der
KVM Mitarbeiter dieser Firma. In vielen Fällen ist nachgewiesen,
daß US-Verifikateure die Überwachung des Waffenstillstandes in der
Krisenprovinz nutzten, um Ziele für die späteren US-Luftangriffe
zu markieren. Außerdem standen alle Verifikateure, die im Auftrag
der OSZE Mitte Januar 1999 ein serbisches Massaker im Kosovo-
Dörfchen Racak entdeckt haben wollten (was der NATO dann den
Kriegsvorwand lieferte), bei DynCorp unter Vertrag. Nach dem Krieg
gegen Jugoslawien 1999 hat DynCorp einen Vertrag über 628 Millionen
Dollar für die Ausbildung von US-Polizeikräften im Kosovo abge-
schlossen.

Ähnlich gewichtig ist die Firma Vinnell, die die saudische
Nationalgarde ausbildet und von der Carlyle Group kontrolliert
wird, an der neben der Familie Bush auch die Familie Bin Laden
bis zum 11. September Anteile hatte. Unternehmen wie Betac
(Auftragsarbeiten für die CIA), die britische Executive Outcomes
(Sicherung der Ölquellen in Angola), Ronco (weitere Afrika-
Einsätze), Sandline (im Auftrag der Blair-Regierung Aufstands-
bekämpfung in Sierra Leone), O'Gara Protective Service (engagiert
vom saudischen Verteidigungsministerium) und SAIC (im Vorstand
mit John Deutch und Robert Gates zwei frühere CIA-Chefs) ver-
vollständigen die Aufzählung noch lange nicht.

------------------------------
Mehr Generale als das Pentagon
------------------------------

Nach DynCorp wahrscheinlich die umsatzstärkste Hilfstruppe des US-
Militärs ist die bereits erwähnte Military Professional Ressources
Inc. (MPRI). In den balkanischen Kriegen der neunziger Jahre
spielte die Firma eine entscheidende Rolle und war wichtiger als
alle Konkurrenten. MPRI wurde im Jahre 1987 von acht pensionierten
US-Topoffizieren gegründet und hat mittlerweile »mehr Vier-Sterne-
Generale hat als das Pentagon selbst« Auf ihrer Website vermeldete
die Firma im Sommer 2004 stolz, daß sie weltweit 1500 Angestellte
im Einsatz hat und innerhalb und außerhalb der USA 150 Programme
durchführt. Demnach kann sie jederzeit auf »125.000 frühere Mit-
arbeiter des Verteidigungsministeriums, der Strafverfolgungsbehörden
und andere Experten« zurückgreifen, »die am besten wissen, wie
man schwierige Aufgaben unter den anspruchvollsten Bedingungen
durchführt«. An anderer Stelle wirbt die Firma mit den Worten, sie
könne »jede Aufgabe durchführen und jede Mission übernehmen, für
die man Experten aus dem Verteidigungsbereich braucht«. Der Jahres-
umsatz von MPRI übersteigt 100 Millionen US-Dollar.

Ganz offen wird eingestanden, daß MPRI »dem US-Verteidigungs-
ministerium seine Erfahrung zur Verfügung stellt und Unterstützung
leistet«. Weiter heißt es: »Wir bieten ein großes Spektrum
internationaler Dienstleistungen, in einigen Fällen für die US-
Regierung, in anderen Fällen direkt für andere Regierungen im
Lizenzauftrag des US-Außenministeriums.« US-Offizier Thomas Milton
schrieb im April 1998 in der Fachzeitschrift Military Review über
das Verhältnis von MPRI und Staat: »Es gibt Unternehmen, die nicht
nur zugunsten von US-Interessen arbeiten, sondern sogar Teil der
vom Verteidigungsministerium erarbeiteten Pläne sind. (...) Diese
Sicherheitsunternehmen sind zu einem integralen Bestandteil der
Pläne und Operationen des Verteidigungsministeriums geworden.«

MPRI hat 340 frühere US-Generale in seiner Kartei, die 22 besten
davon unter Vertrag. Sie erhalten das Doppelte bis Dreifache ihrer
früheren Staatsbezüge, zuzüglich Vorsorgeleistungen und MPRI-
Aktien - und ihre Pentagon-Pensionen laufen weiter. Dabei sind es
längst nicht nur Pensionäre, die auf der Gehaltsliste der Firma
stehen. Vielmehr handelt es sich um einen steten Austausch von
Fachpersonal. »Ein amerikanischer Offizier oder Unteroffizier nimmt
unbezahlten Urlaub von den Streitkräften, engagiert sich für zwei
oder drei Jahre bei MPRI, wird dann in die amerikanische Armee
reintegriert und in der Regel sofort befördert. Zum einen stellt
die Armee ihre Führungskräfte also unbezahlt frei, um für MPRI zu
arbeiten. Zum anderen tut dies der Karriere dieser Militärs keinen
Abbruch, im Gegenteil.«

An der Spitze des Unternehmens steht Carl Vuono, Generalstabschef
der US-Armee unter anderem bei der Invasion in Panama (1989) und im
ersten Krieg gegen den Irak (1991). In der Chefetage am Konzernsitz
in Alexandria (Virginia) saßen in den neunziger Jahren außerdem
General Crosbie »Butch« Saint und Frederick Kroesen, beide in ihrer
aktiven Dienstzeit Kommandeure der US-Armee in Europa. Ebenfalls
in den neunziger Jahren leitete General Harry E. Soyster die
internationale Abteilung des MPRI, teilweise in Absprache mit Saint.
Soyster war ab 1982 stellvertretender Kommandeur der US-Armee in
Europa und von 1988 bis 1991 Chef des US-Militärgeheimdienstes
DIA. Schon damals verhehlte er nicht, daß sich seiner Meinung nach
Regierungsagenten auch mit zweifelhaften Elementen einlassen müssen.
»Ich denke, wenn sie sich nicht in solchen Kreisen bewegen, sollten
wir sie nicht bezahlen.« Und weiter: »Wenn man es mit Leuten zu
tun hat, die Schweine füttern, steht man dort herum, wo es stinkt.«
Montreal Gazette, 15.12.1999) Diesem Mann unterstanden die Balkan-
Operationen der Firma, von denen gleich noch die Rede sein wird.
»Wir können 20 qualifizierte Leute innerhalb von 24 Stunden an die
serbische Grenze bringen. Die Armee kann das nicht.«

Im Irak hat die Firma 2003 zwei Aufträge im Volumen von 2,6 Millionen
Dollar bekommen. Im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums sollen
angeblich frühere irakische Soldaten zivil umgeschult und »effektive
Regierungsstrukturen auf der Ebene von Kommunen, Provinzen und
gesamtstaatlich in einer Nachkriegsgesellschaft« entwickelt werden.

MPRI wurde im Juli 2000 von der Firma L-3 Communications aufgekauft.
Mit zwei Milliarden US-Dollar gehört L-3 nicht gerade zu den
Leichtgewichten im Rüstungsbusineß, obwohl das Unternehmen erst
1997 entstanden ist, u.a. durch den Aufkauf von Sparten anderer
Militärkonzerne wie Loral Corporation und Lockheed Martin. Der Deal
machte die MPRI-Gründer zu Millionären: L-3 bezahlte 40 Millionen
Dollar für das Unternehmen - in Cash.

------------------------
Der Balkansturm des MPRI
------------------------

Einer der ersten hochkarätigen Auftritte der MPRI war die Unter-
stützung der kroatischen Armee bei einer Großoffensive gegen die
Serben in der Krajina Anfang August 1995, die als Operation Sturm
(serbokroatisch: Oluja) in die Geschichtsbücher einging. Eine erste
Anfrage vom kroatischen Verteidigungsminister Gojko Susak gab es
schon im März 1994. »Zwischen 6. und 8. August (1994) (...) kam
die Clinton-Regierung zur Auffassung, daß die internationalen Unter-
händler im früheren Jugoslawien wohl nichts mehr erreichen würden.«
(Robert Fox im Sunday Telegraph, 15.10.1995) Bereits im September
1994 schlossen MPRI-Spezialisten mit Zagreb einen Beratervertrag zur
Ausbildung der Armee. Ein weiterer mit Sarajevo folgte, der war bei
einem Treffen des muslimischen Generals Mehmet Alagic mit DIA-Chef
Dyke Hayden und US-Emissär Richard Holbrooke perfekt gemacht worden.
Diesen de jure privaten Deals folgte im November 1994 ein offizielles
Abkommen über militärische Zusammenarbeit zwischen dem Pentagon und
der kroatischen Armee.

Nach Auskunft eines kroatischen Offiziers »brachten uns die MPRI-
Berater Militärtaktik und großräumige Kriegsoperationen bei«.
Kroatische Quellen berichten außerdem über US-amerikanische
Satellitenunterstützung für Zagreb. Fünfzehn hochrangige US-
Militärberater, angeführt vom pensionierten Zwei-Sterne-General
Richard Griffiths, tauchten Anfang 1995 in Kroatien auf. MPRI-
Chef Vuono hielt ein »Geheimtreffen mit dem kroatischen General
Varimar Cervenko, dem Architekten der Krajina-Offensive, auf der
Insel Brioni vor der kroatischen Küste ab. In den fünf Tagen,
die dem Angriff vorausgingen, fanden mindestens zehn Sitzungen
zwischen MPRI-General Vuono und Offizieren statt, die in den
Angriff mit einbezogen waren.« Der Bundeswehr-Berufsoffizier
und spätere Stern-Reporter Franz-Josef Hutsch geht noch weiter:
»MPRI hat konkret die Operationen geführt und auch dafür gesorgt,
daß während der Operation Sturm NATO-Luftangriffe auf serbische
Stellungen erfolgten. Das würde man militärisch als 'Close Air
Support', also Luft-Nah-Unterstützung für Bodentruppen bezeichnen
(...) Ich habe selbst gesehen und gehört, wie ein amerikanischer
MPRI-Offizier einem kroatischen Brigadekommandeur bei den Angriffen
auf Glina (serbischer Ort in der Krajina - J.E.) während der
Operation Sturm Anweisungen gegeben hat.«

Nach Auskunft von John Dinger, einem Sprecher des US-Außen-
ministeriums, half MPRI den Kroaten dabei, »Exzesse und
Grausamkeiten bei militärischen Operationen zu vermeiden«.
Falls das das Lernziel für die MPRI-Ausbilder gewesen sein
sollte, so haben sie es ihren kroatischen Kollegen höchst
unzureichend vermittelt: Im Rahmen von Oluja wurden die in
der Krajina lebenden 200.000 Serben vertrieben - die größte
ethnische Säuberung in Europa nach 1945. Nach Ansicht des
kroatischen Helsinki-Ausschusses für Menschenrechte kam es
während des dreitägigen Blitzkrieges zu etlichen Massakern,
denen mindestens 410 namentlich identifizierte Zivilisten
zum Opfer fielen. Die serbische Menschenrechtsorganisation
Veritas berichtet, daß im Jahre 1995 insgesamt 2 101 serbische
Zivilisten in der Krajina und in Kroatien getötet wurden oder
spurlos verschwanden - die meisten davon während der Operation
Sturm. Kanadische Blauhelmsoldaten waren Zeugen der Greuel
kroatischer Truppen: »Alle Serben, die ihre Häuser nicht
verlassen hatten, wurden von umherziehenden kroatischen Todes-
kommandos systematisch 'ethnisch gesäubert'. Jedes verlassene
Tier wurde erschossen und jede mögliche serbische Wohnung wurde
geplündert und angezündet.« (The Sunday Sun, Toronto, 2.11.1998)

Außerdem brachte MPRI zwischen 80 und 120 fundamentalistische
Gotteskrieger, die im bosnischen Bürgerkrieg (1992 bis 1995)
gegen die Serben gekämpft hatten, zur Militärausbildung in die
Türkei. Dort durften sie Spezialaufgaben wie Luftunterstützung
zum Teil in echten Kampfeinsätzen gegen Kurden im Nordirak aus-
probieren. Ab Sommer 1998 schleuste MPRI die Terrorschüler ins
Kosovo ein, wo sie im Auftrag der albanischen Untergrundbewegung
UCK und der NATO Ziele für den Bombenkrieg (von März bis Juni
1999) markierten. (vgl. dazu ausführlich jW vom 14. Oktober 2004)
Wer diese Kooperation zwischen US-Militärs und radikalen Islamisten
widernatürlich findet, kennt das Motto der MPRI nicht: »Wenn man
es mit Leuten zu tun hat, die Schweine füttern, steht man dort
herum, wo es stinkt.« (General Harry A. Soyster, MPRI-Chef für
internationale Einsätze)

junge Welt vom 24.11.2004
http://www.jungewelt.de/2004/11-24/004.php

* * *

Versöhnung unter Besatzerstiefeln?
Irak-Konferenz: Ausländische Truppen bleiben.
Allawi-Regierung macht Stimmung gegen Saddam

Jenseits aller Realitäten ist am Dienstag die internationale
Irak-Konferenz im ägyptischen Seebad Scharm el Scheich mit
einem »Bekenntnis zu Demokratie und Stabilität« zu Ende gegangen.
An dem Treffen nahmen Vertreter der EU, der UNO, der G-8-Staaten
sowie Chinas, der Arabischen Liga und der Organisation der Isla-
mischen Konferenz teil.

UN-Generalsekretär Kofi Annan rief zur »Versöhnung« auf. »Der
Wahltermin nähert sich, und wir müssen alles tun, um die ver-
schiedenen irakischen Gruppen dazu zu bringen, an der nationalen
Versöhnung mitzuwirken«, sagte Annan, ohne jedoch auf die
Ursachen der anhaltenden Gewalt im Irak einzugehen. Es sei
»absolut notwendig«, daß die Wahlen in einem »günstigen Klima«
abgehalten würden, betonte Annan.

Der Vorsitzende der Arabischen Liga, Amr Mussa, forderte einen
Waffenstillstand im Irak und regte eine nationale Versöhnungs-
konferenz vor den Wahlen an. Nach Aufrufen der neuen irakischen
Führung, Gegner des Besatzungsregimes von den Wahlen auszu-
schließen, forderte auch Ägyptens Außenminister Ahmed Abul Gheit,
daß die »Gesamtheit der irakischen Bevölkerung ohne Ausnahme«
an den Wahlen teilnehmen müsse, um das Land aus »dieser tragischen
Lage zu retten« und dem Urnengang die erforderliche Legitimität
zu verleihen. Deshalb sei es notwendig, die »Gräben zwischen den
verschiedenen irakischen Gruppen zuzuschütten«. Die 14 Punkte
umfassende Erklärung von Scharm el Scheich hebt die Bedeutung der
UNO bei der Vorbereitung der Wahlen hervor. Sie verurteilt zudem
»Terrorismus«, Verschleppung und Ermordung von Zivilisten und
fordert die Zusammenarbeit oder zumindest Nichteinmischung der
Nachbarländer. Ein Zeitplan für den Abzug der internationalen
Truppen wird dagegen nicht genannt, obwohl es heißt, daß das
Mandat der im Irak stationierten ausländischen Truppen »nicht
unbegrenzt« sei.

Unterdessen machte ein Berater des von den USA eingesetzten
irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi Stimmung gegen
den inhaftierten Expräsidenten Iraks. Saddam Hussein lebe
in amerikanischer Militärhaft »besser als während seiner
Amtszeit«, verbreitete George Sada in der kuwaitischen Zeitung
Al Kabas vom Dienstag. Saddam lebe in klimatisierten Räumen,
mit Wahlessen, Zeitungen und Fernsehen »wie ein König«.

(AP/AFP/jW)

junge Welt vom 24.11.2004
http://www.jungewelt.de/2004/11-24/011.php

* * *

The Egyptian Committee against Colonialism and Zionism
The Sharm ash-Shaykh Conference to support the US occupation of Iraq

To the Egyptian People and their patriotic forces.

The date for the convening of the "International Conference on Iraq"
in Sharm ash-Shaykh - 22 November - is approaching. The United States
called for the holding of the conference in our country in which
the eight major powers (the G-7 plus Russia), China, the countries
neighboring Iraq, the Arab League, the Islamic Conference, the
European Union, and the United Nations will take part. According to
its official statements, the conference will examine ways to support
the so-called "stability and security in Iraq," to help the interim
Iraqi government (which was installed by the US occupation) to hold
elections in January 2005, and to do everything else that aids in
implementing UN Security Council Resolution 1546 on what is referred
to as the "transfer of authority to the Iraqis."

What is absolutely clear from this declared agenda is that this
conference is being convened to support the American occupation
and US colonialist aims in Iraq. Its objective is the massing the
greatest possible international, regional, and Arab political and
military support for the US in its war against the heroic Iraqi
Resistance, in a reckless attempt by US colonialism and its allies
and lackeys to assert control over Iraq and prevent its liberation,
taking it, moreover, as a focal point for the reorganization of the
whole region, redrawing its political boundaries - as was declared
before and after the occupation - in accordance with the colonial
plan for the region known as the Greater Middle East Initiative with
all that it entails.

It is clear to every intelligent person that the "stability and
security" of occupied Iraq can only mean the stability and security
of the occupation. It is evident that holding elections in the
shadow of the occupation and under its guidance and based on the
rules of its spies and mercenaries is nothing but a formula for the
extension of the occupation and its colonialist plans, installing
a puppet government that is but the rotten fruit of contrived and
phony elections imposed under the threat of the tanks, rockets,
grenades, and all the other deadly genocidal weapons in the US
arsenal. It will be a "government" that will accept the occupation,
signing documents and agreements supporting the occupation and its
plans to exploit and oppress the Iraqi people and the peoples of
the region. Such elections are not a prelude to or a step towards
the end of the occupation and its colonialist plans for Iraq and
the region, as some spokesmen and mouthpieces of the Egyptian and
other Arab governments claim. It is simply a way to try to deceive
the Iraqi people, to turn them away from the main path for the
liberation of their country, which is resistance and armed popular
revolution. It is a trick that will never deceive the heroic and
conscious Iraqi people.

The planning for the conference and the effort to mass the greatest
possible support for the US occupation forces has taken place just
a short time before the designated date for the elections, in an
effort to overcome the overwhelming probability that they will be
a failure because of the Iraqi people, and in particular the armed
national Resistance, will boycott them. The preparation for the
conference is thus a part of the effort to hold the phony contrived
elections. It is also linked to the preparation and launch of the
destruction of the civilized city of al-Fallujah over the heads
of its residents, now that this small city has become a symbol
throughout the world for dignity, pride, and heroism in resisting
the most arrogant colonial power in history. The preparation of the
conference is an effort to secure for America the maximum support
and assistance from the Arab governments that are trembling before
the likely prospect that their American master will be defeated by
the armed Resistance of the heroic Iraqi people.

The Sharm ash-Shaykh conference is one means to carry out the
plot against the resistance of the Iraqi people to the American
occupation under the signboard of "transfer of authority to
the Iraqis." It seeks to do this by conferring a phony shameful
"international legitimacy" to the occupation and its spies, and
in particular to the effort to gather together more colonial
powers and lackeys of colonialism in an effort to break the
Resistance of the Iraqi people. It was in order to bring this
about that UN Security Council Resolution 1546 was passed.

The danger of this conference in the first place, lies in the fact
that it aims at intensifying the cooperation of the governments
in the region, in particular the governments of the Arab states
around Iraq in addition to the government of Egypt, with the US
and international occupation forces in their war against the Iraqi
people in order to compel them to surrender and submit to American
colonialism.

The announced objectives of the conference and the course of events
and the conditions surrounding its convening make clear that its
first task will be to get the Arab states to arrive at a political
position on the US occupation of Iraq that would provide for the
following forms of support:

1. The legitimization and legalization of the massacres of human
beings that the occupation has been committing in al-Fallujah,
Ba'qubah, ar-Ramadi, Mosul, Samarra', Baghdad, an-Nasiriyah,
al-Kufah, an-Najaf, al-Basrah, and all the cities, and villages
of Iraq - as in the cities and villages of Palestine - so that
those might serve as an admonition and example for all the cities
and villages of Syria, the Sudan, Lebanon, Egypt, . . . etc.

2. The support for the government of the contemptible spy and
mercenary murderer `Allawi, and the support and confirmation
of the effort to create a fake "Iraqi administration" for a
people who reject and resist the occupation, a fake "Iraqi
administration" to be created in so-called "elections" next
January.

3. The granting of the necessary political, military, and technical
support to the occupation forces and the Iraqi puppet troops in
their confrontation with the heroic Iraqi Resistance. This is
to take the forms of support for the American project under the
cover of the UN Security Council Resolution, logistical support
for the occupation, training of the puppet regime's troops, and
participation in the dispatch of soldiers to fight in Iraq or
to provide "security" for the theatrics of the "elections."

4. Conferring legality on the government to be produced by the
phony elections, the granting of support for that government
in its battle with the Iraqi Resistance, aid to this government
in playing its role in legalizing the American occupation and
its plans to plunder Iraq and exploit the Iraqi people.

5. To form an alliance against any opposition or resistance to
American plans in Iraq and the Arab region and to immerse
their people in deep despair.

The statements of many leaders of Arab states and their foreign
ministers make it appear probable that they will agree to the level
of cooperation with the US occupation forces in Iraq that we have
described above. An example of such statements was that of the
Egyptian foreign minister after his meeting with the foreign minister
of the puppet government of Iraq in which he said: "we hope that the
operations in al-Fallujah and elsewhere will not lead to the death of
civilians." In that statement he made no objection to the operations
and the massacres they entail, but only hoped, as he claimed, that
they not lead to the death of civilians. This hope is meaningless,
other than as an attempt to deceive our victimized people. For have
the cities and homes that the US tanks and airplanes are pounding
been evacuated of their civilian inhabitants? Moreover, we have not
heard or read the foreign minister or any other Egyptian official
utter any condemnation of protest against the daily genocide of
Iraqi civilians.

The convening of the conference on Egyptian territory and the
participation of the Egyptian and other Arab governments in it
constitute a mark of shame that neither the conscience nor the
dignity of any patriotic Egyptian can bear. Nor can this be
accepted by any Egyptian who is able to assess the catastrophic
consequences that are in store for Egypt, the Egyptian people,
and for all the Arab lands if the American colonialists and their
stooges do indeed achieve stability and security in Iraq and
therefore in the region as a whole.

We therefore turn to the patriotic political forces and individuals
that have turned away, or most of whom have almost turned away,
from clear and unambiguous support and endorsement of the armed
Iraqi Resistance, as they look instead - completely unrealistically
in the present political situation - for some pathway to some
pointless so-called internal reform. We call on them, rather,
to do their duty, as this brooks no delay in this unusual period
through which our Egyptian and Arab nation are going. In the
final analysis at this stage, everything depends on the resilience
and success or the failure and collapse of the Resistance of the
Iraqi people. We call on the political thinkers to declare, and
this is the least that they could do, their position clearly and
decisively in condemnation of the holding of the Sharm ash-Shaykh
conference, the conference of support for the American occupation
and it spies in Iraq, and to do whatever can be done to support
and back the Resistance to the occupation and its stooges, chief
among them the government of the contemptible spy Iyyad `Allawi.

Honorable Egyptians of every political persuasion!

To take a position of silence or indifference in the face of the
Sharm ash-Shaykh conference and its objectives that are inimical
to our all our Arab peoples without exception; to take a position
of silence or indifference in the face of the Egyptian government's
agreement to host such a conference and participate in it - such a
position stands condemned. Neither history, nor the Egyptian people,
nor the Arab people will ever forgive those who take such a stance.
Whoever remains silent will without doubt lose all political
legitimacy before our people, who are desperate and disconcerted
before the savagery of their enemies and the cravenness of their
rulers who crush their citizens while all or most of their political
thinkers hesitate or keep silent.

We therefore appeal to you to come together urgently to:

1. Condemn the conference, condemn the fact that it is being
convened in Egypt, and that Egypt is participating in it,
and to reject its results.

2. Expose and denounce the hateful, hostile, colonialist aims of
the conference and of every form of cooperation with the US
colonialists, and in the first place the possible sending of
Arab troops or the agreement by any Arab state to train Iraqi
puppet forces to stand in for the Americans or to cooperate
with them in the killing of the sons and daughters of Iraq.

3. Provide political backing, clearly and unambiguously, for the
heroic Iraqi Resistance, recognizing it as the sole, legitimate
representative of the Iraqi people at the stage of the struggle
for liberation.

Long live al-Fallujah, the symbol and shining example of Arab and
international resistance to imperialism!

Long live the armed Iraqi Resistance, the chief bulwark of the Arab
peoples in their struggle against the American and Zionist enemy!

http://www.freearabvoice.org/newsbytes/
TheEgyptianCommitteeagainstColonialismandZionism.htm

* * *

Al-Zarqawi: Iraq conference a "farce"

Anti-US fighter Abu Musab al-Zarqawi has threatened to increase
attacks on American-led forces in Iraq following an international
conference in Egypt, according to an internet statement.

"We are committed to intensifying armed attacks against coalition
forces and their spies and agents... in response to the Sharm al-
Shaikh conference - a sordid and suspect farce," said Wednesday's
statement signed by groups including the al-Qaida Group in the Land
of Two Rivers (Iraq).

The international conference that wound up in Egypt on Tuesday
brought together the world's major powers, neighbours of Iraq,
the United Nations and others to support the process of political
transition in Iraq, including the 30 January elections.

Al-Zarqawi's group said it backs the call of Saddam Hussein's Baath
party, which issued a previous statement calling for action against
US-led forces in Iraq.

The signatories said they signed "the statement written by the Iraqi
Baath party, not because we support the party or Saddam, but because
it expresses the demands of resistance groups in Iraq".

The authenticity of the statement could not be immediately verified.

Saddam's Baath party, in power from 1968, was outlawed following the
US-led invasion of March 2003 that toppled his government.

Muslim scholars criticised

However, the party continues to exist underground, and charged on
Monday that the Sharm al-Shaikh conference was a "sham".

It also accused Egyptian President Husni Mubarak of wanting to use
"plotters and mediators" at the forum for US benefit.

"Numerous Arab regimes neighbouring Iraq, following the lead of
Mubarak's regime... took part, along with the puppet power [Iraqi
interim government], in the massacre of Iraqis, the destruction
of their property, as well as the training and arming of [Iraqi]
policemen and national guardsmen," the statement said.

"The Sharm al-Shaikh conference took place at the US's request...
the American occupier wants to bring together Arab forces which
plot against the Arab people and against the future, against the
national unity and Arab essence of Iraq - a dear aim of Zionism."

According to a separate recording on another website, al-Zarqawi
also hit out on Wednesday at Muslim scholars for "betraying the
mujahidin", especially in Iraq and Afghanistan.

"Oh scholars of the nation... you have betrayed us in the darkest
circumstances. You have delivered us to our enemy... you have left
the mujahidin to confront [alone] the greatest world power," said
the voice attributed to al-Zarqawi, who has a $25 million US bounty
on his head.

"Until when will you abandon the nation to the tyrants of the east
and of the west, who are inflicting the worst suffering, cutting
the throats of the mujahidin, the best children of the nation, and
taking its riches?" said the recording.

Zarqawi relative arrested

"Hundreds of thousands of Muslims are having their throats cut by
the infidels, because of your silence. If you are not knights of
God's war, let women do it."

The tape was not posted by al-Zarqawi's designated media coordinator,
Abu Maysara al-Iraqi, and it's authenticity could not be verified.

The message came as Iraqi security forces were searching for al-
Zarqawi north of Baghdad after receiving reports of his presence
in the region.

He is accused by the US military of some of the deadliest attacks
in the war-wracked country and the execution of hostages.

The tape surfaced as Jordanian security forces detained the husband
of al-Zarqawi's sister in Amman.

Relatives of Salih Ilhami told Aljazeera that the authorities
arrested him after storming his home on Tuesday night. The
authorities also detained al-Zarqawi's nephew.

Sources from Ilhamy's family added that al-Zarqawi's first wife and
his sons left their home in al-Zarqa, near Amman, and dissappeared
about three months ago.

Aljazeera + Agencies

Wednesday 24 November 2004 5:13 PM GMT

You can find this article at:
http://english.aljazeera.net/NR/exeres/5B944179-9C77-4493-BA02-
D72CEC668BC3.htm

* * *

Mosque Killings "Unforgiving for all of Us": US Reporter

CAIRO, November 23 (IslamOnline.net) - The killing of wounded and
unarmed Iraqis by US marines in a Fallujah mosque and the burdens
of battlefield are "unforgiving for all of us", the US pool
reporter, who broke the horrific scene to the world, has said.

In a letter explaining to US marines with whom he was embedded why
he filmed the shocking incident and put it on the airwaves, NBC
correspondent Kevin Sites said that it appeared to him very plainly
that "something was not right", when it comes to the rules of
engagement in Fallujah, Britain's daily The Guardian reported
Tuesday, November 23.

"I did not in any way feel like I had captured some kind of 'prize'
video. In fact, I was heartsick But I have never in my career been
a 'gotcha' reporter - hoping for people to commit wrongdoings so I
can catch them at it."

The shooting in the Fallujah mosque became public Tuesday, November
16, with the airing of the footage taken Saturday by Sites.

"Not Right"

Shocked by seeing such a grisly scene taking place in front of his
own eyes, Sites since realized that something was not right with
the US practices in the chaos-marred Iraq.

"Observing all of this as an experienced war reporter who always
bore in mind the perils of this conflict, even knowing the
possibilities of mitigating circumstances - it appeared to me
very plainly that something was not right."

"I was not watching from a hundred feet away. I was in the same
room. Aside from breathing, I did not observe any movement at
all."

Sites told the US military unit's commanding officer what had
happened.

"I shared the video with him, and its impact rippled all the way up
the chain of command."

He continued: "Anyone who has seen my reporting on television or
has read my dispatches on the web is fully aware of the lengths
I've gone to play it straight down the middle - not to become a
tool of propaganda for the left or the right. But I find myself
a lightning rod for controversy in reporting what I saw occur in
front of me, camera rolling.

"It's time for you to have the facts, in my own words, about
what I saw, without imposing on that marine guilt or innocence
or anything in between. I want you to read my account and make
up your own minds. Here it goes. (Click Here to Read Sites'
testimony in full)
http://www.guardian.co.uk/Iraq/Story/0,2763,1357396,00.html

http://www.islamonline.net/English/News/2004-11/23/article04.shtml

* * *

US-led forces in huge offensive near Baghdad

More than 5000 US, British and Iraqi troops have attacked areas of
resistance south of the Iraqi capital in the latest push to pacify
the country ahead of planned elections in January.

The operation on Tuesday came as world powers and Middle Eastern
states meeting in Egypt threw their weight behind the war-torn
country's first free and multi-party elections in decades.

US marines and a so-called Iraqi swat (special weapons and tactics)
team "swept through the south-central Iraqi town of Jabella, kicking
off a fresh campaign in northern Babil province," the US military
said in a statement.

The offensive, dubbed Operation Plymouth Rock, involved more than
5000 Iraqi, US and British forces and follows the seizure of Falluja,
the statement said.

"As the Iraqi people prepare to vote in nationwide elections in
January, multinational forces are determined to capture or kill
those who desire to destabilise the elections process," the
military said.

Joint operation

The joint operation resulted in the seizure of 32 suspected
fighters, the military said. Jabella is 80km south of Baghdad.

The military said US and Iraqi forces continued rounding up
suspected fighters in house-to-house searches and vehicle
checkpoints. In the past three weeks, Iraqi troops and US
marines have detained nearly 250 suspects, the statement
said.

They have been aided by British forces from the 1st Battalion of
the Black Watch Regiment, which was brought into the area from
southern Basra to aid American forces in closing off escape routes
for fighters between Baghdad, Babil province to the south and
Anbar province to the west.

It would be the third major military offensive against fighters
opposed to the US-led government since the massive Falluja
operation, which has claimed the lives of more than 50 US soldiers
and injured more than 400.

Close to the northern city of Kirkuk, US and Iraqi forces on
Tuesday rounded up dozens of suspected fighters in a pre-dawn
raid and seized automatic weapons, ammunition and communications
equipment, the US military said.

Detention

Kirkuk's local government on Tuesday also publicised the capture
in recent days of five leading fighters including the brother-
in-law of Saddam Hussein's chief deputy, Izzat Ibrahim al-Duri.

The governor's office said Umar Ali al-Sufyan, also known as Abu
Sufyan, had been arrested by US forces on 28 October.

He is suspected of sponsoring resistance attacks. In detainee
photographs posted by the Iraqi authorities, the portly and
moustached al-Sufyan was seen wearing a blue shirt.

Killed

Meanwhile, two Iraqi children were killed on Tuesday when mortar
bombs landed on houses near a US military base in al-Muallimin
neighbourhood in central Samarra city, medical sources told
Aljazeera.

A number of soldiers were injured and their Hummer was destroyed
when an explosive device detonated on the outskirts of Samarra.

In a separate incident, two fighters were killed and a third
injured when an explosive device they were attempting to plant,
detonated in al-Jubairia district south-east of Samarra city.

Another fighter was killed when an explosive device detonated as
he was attempting to plant it on a road in Baiji, north-east of
Baghdad, Aljazeera reported.

Meanwhile, the Pentagon has announced the deaths of five more US
marines near Falluja, where US-led forces are winding down a major
assault on the city.

A US soldier was also killed in northern Iraq, although details of
the deaths have not yet been released.

The latest casualties bring the US troop toll to more than 1221
since the March 2003 invasion.

Aljazeera + Agencies
Tuesday 23 November 2004 4:05 PM GMT

You can find this article at:
http://english.aljazeera.net/NR/exeres/3519CAA9-46D7-473E-BA2E-
CA49785E5D41.htm

>>>-----------------------------------------------------------------<<<
>> GIV Mailinglist : http://mailing.giv-seiten.info <<
>>>-----------------------------------------------------------------<<<
http://www.giv-seiten.info/www.giv-archiv.de/2002/Oktober/021031GI.010

>> Kasnazaniya / Casnazaniyyah: http://video.giv-seiten.info <<
>>>-----------------------------------------------------------------<<<
>> Further Informations about Iraq and Palestine: <<
>> <<
>> GIV-Pages Online : http://www.giv-seiten.info <<
>> GIV-Page : http://giv.giv-seiten.info <<
>> Iraq-Page : http://irak.giv-seiten.info <<
>> Jemen-Page : http://jemen.giv-seiten.info <<
>> Jordanien-Page : http://jordanien.giv-seiten.info <<
>> GIV-Archiv : http://archiv.giv-seiten.info <<
>> GIV-Archiv : http://www.giv-archiv.de <<
>>>-----------------------------------------------------------------<<<

* * * * *






If you have any questions, you can contact us: admin#mofeel.net     Spam Report