Irak: Christliche Minderheit auf der Flucht

von Kurdistan Infos » Mittwoch, 19. Januar 2005



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Sent: Tuesday, January 18, 2005 1:56 PM
Subject: Christliche Minderheit im irak auf der Flucht


PRESSEERKLÄRUNG DER GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖKLKER

Trotz Freilassung des Bischofs von Mosul: Die Massenflucht der
assyro- chaldäischen Christen ist nicht zu stoppen

Göttingen, 18. Januar 2005

Die Freilassung des entführten höchsten Bischofs der syrisch-
katholischen Kirche in Mosul, Basilius Georg Qasmusa, heute morgen
wird die panische Massenflucht der assyro-chaldäischen Christen aus
dem Mittel- und Südirak und vor allem aus den sunnitisch-arabischen
Regionen nicht stoppen können. Allein in Mosul waren bisher 80.000 -
90.000 Assyro-Chaldäer ansässig. Nach Schätzungen der Gesellschaft
für bedrohte Völker hat die Zahl der ermordeten Christen 300
überschritten, die Zahl der ganz oder teilweise zerstörten Kirchen
25 erreicht. "Über Angriffe von radikalen Islamisten, von Baathisten
und kriminellen Gangs gegen Angehörige der christlichen Minderheit
auf offener Straße, einzelne Entführungen, Folterungen,
Vergewaltigungen oder Morde wird kaum noch berichtet", sagte der
Präsident der GfbV- International Tilman Zülch. "Aber jeder dieser
Akte verstärkt die Unsicherheit und Angst der 650.000 - 750.000
aramäischsprachigen Assyro-Chaldäer des Irak. Mit ihnen leiden die
50.000 Mandäer, deren vorchristliche Religion auf Johannes den
Täufer zurückgeht. Ihre Liturgiesprache ist das Aramäische."

Inzwischen hat die Zahl der in den autonomen kurdischen Nordirak
geflüchteten assyro-chaldäischen Christen die 11.000 erreicht. In
Jordanien, Syrien und Libanon dürften sich zwischen 40.000 und
60.000 Flüchtlinge aufhalten. In Irakisch-Kurdistan werden sie
ausdrücklich willkommen geheißen. Ein Aufnahmekomitee wurde
gebildet. Der stellvertretende Ministerpräsident
Irakisch-Kurdistans, Herr Sargis Aghajan, gehört selber der
Minderheit an. Die Flüchtlinge erhalten dort Sozialhilfe, ihnen
wurden teilweise Grundstücke und Hilfen für den Bau von Häusern
zugesichert. Die Gesellschaft für bedrohte Völker hat sich im
Dezember 2004 an die 25 Staaten der EU, die USA, Kanada, Japan,
Norwegen und die Schweiz, sowie an die EU-Kommission und die
Abgeordneten des Parlaments gewandt und um Einrichtung von Fonds für
die Versorgung der Flüchtlinge und für deren Eingliederung im
Nordirak gebeten. Eine Reihe von zunächst positiven Antworten hat
unsere Menschenrechtsorganisation erreicht.


Tilman Zülch ist zu erreichen unter 0151 15 30 98 88


Nahost Referat
Gesellschaft fuer bedrohte Voelker
Society for Threatened Peoples
Near East Desk
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